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Linuxworld: IBM richtet Strategie auf Branchen aus

10.08.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - IBM bezeichnet die Nachricht als "die wichtigste Neuausrichtung seit der ersten großen Linux-Initiative vor fünf Jahren". Das Unternehmen will nicht mehr einfach zahlreiche Hard- und Softwareprodukte nach technischen Plattformen ausgerichtet anbieten. Vielmehr stellt es das eigene Portfolio und Angebote von anderen Anbietern zu branchenspezifischen Paketen von betriebswirtschaftlich orientierten Lösungen zusammen.

Big Blue konzentriert sich auf Lösungen für 17 Branchen: Luftfahrt, KFZ, Banken, Chemie/Erdöl, private Verbrauchsgüter, Erziehungswesen, Elektronik, Energie, Finanzmärkte, öffentliche Verwaltung, Gesundheitswesen, Versicherungen, Pharmazie, Medien/Unterhaltung, Handel, Telekommunikation und Reise/Transport. Für alle diese Marktsegmente will IBM das eigene Angebot auf vier Bereiche fokussieren: Optimierung der IT-Investitionen, Flexibilität im Unternehmen, Nutzbarkeit von Informationen sowie Geschäftskontinuität, Sicherheit und Compliance. Beispiele für die Ausrichtung auf vertikale Branchenlösungen sind das "Automotive Common Environment" (ACE) für die KFZ-Industrie, "Total Store Solutions" für den Handel, "Front Office Optimization for Banking" und "Production and Supply Chain Transformation" für die Medien- und Unterhaltungsbranche.

Die Neuorientierung bezieht sich explizit nicht nur auf Linux, sondern auf alle Systemumgebungen von IBM. Gleichwohl versteht der Anbieter die Branchenausrichtung als Erweiterung seiner On-Demand-Strategie, in der wiederum das quelloffene Betriebssystem eine zentrale Rolle spielt. Das heißt nun nicht, dass Mainframe-Betriebssysteme und das Unix-Derivat AIX augenblicklich unter den Tisch fallen. Aber bei neuen Softwareentwicklungen liegt der Schwerpunkt auf Linux. Linux sei "das Betriebssystem der Wahl" für neue Anwendungen, bekräftigt Steve Mills, Senior Vice-President und Chef der IBM Software Group. (ls)