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Linuxworld: IBM-Anwender tun's - ohne lange zu fragen

16.11.2005
In den "Western" des Jahres 2105 wird nicht mehr mit Kugeln geschossen, sondern mit Bytes. Die Regeln bleiben unverändert: Erst schießen, dann fragen. Denn so verhalten sich Anwender eben heute.

Die IBM-Anwendervereinigung Guide Share Europe (GSE) galt in den 90ern als der Verein der Ewig-Gestrigen-Mainframe-Anwender. "Big Iron" haben sie immer noch, "out off date" sind sie deshalb aber nicht: Auf ihrer Prioritätenliste steht europaweit an der vierten Stelle Linux.

Aber Muffe haben sie schon. Bei zwei Dritteln haben Rechtsfragen um Linux schon Entscheidungen beeinflusst. Immerhin fühlen sich 83 Prozent beruhigt wegen der Haftungsfreistellungen durch Novell und Red Hat.

Thomas Uhl, Leiter des Arbeitskreises Linux in der deutschen Abteilung der GSE, zeigte sich über dieses Ergebnis der nicht als repräsentativ einzustufenden Befragung überrascht. Denn nach seiner Erfahrung habe "fast jeder IBM-Anwender schon mit Linux herumexperimentiert" - insbesondere die Mainframer.

Uhl Fazit aus diesem Wiederspruch zwischen Empirie und Erfahrung: "Die probieren das einfach." Es sei halt so, dass technische Methoden anwendbar würden, bevor es zu ihrer juristischen Bewertung kommen könne. Uhl: "Erst kommt die Technik, dann das Recht." Und er zitiert sogleich Tom Schwaller, einen bei IBM-beschäftigten Linux-Botschafter: "Freedom without architecture is a nightmare." (ls)