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Linuxworld Boston: Open Source hat sich in Unternehmen etabliert

16.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Vorbehalte gegen den professionellen Einsatz von Open-Source-Software sind passé; nun geht es darum, wie Linux-basierende Systeme in die Unternehmens-IT integriert werden können. Diese These vertrat Novell-Chef Jack Messman gestern in seiner Keynote zur Messe Linuxworld in Boston (14. bis 17. Februar).

Der typische Linux-Kunde sorge sich nicht mehr um einen bestimmten Treiber oder ein Stück Hardware, so Messman. Sein Interesse gelte vielmehr einem integrierten Softwarestack, der auf einer Linux-Plattform läuft. Angesichts des mittlerweile großen Angebots an Dienstleistungen stellten auch Support und Mitarbeiterschulungen keine Hürden mehr für den Open-Source-Einsatz dar.

Dabei seien die Gründe für einen Wechsel auf quelloffene Software die gleichen geblieben, erläuterte der Manager unter Verweis auf diverse Studien: Unternehmen versprächen sich davon niedrigere Implementierungs- und Betriebskosten, weniger Herstellerabhängigkeit und mehr Flexibilität. Laut einer Untersuchung des US-amerikanischen "CIO Magazine" erwarteten 53 Prozent der befragten IT-Manager, dass Open-Source-Software bis zum Jahr 2007 in ihren Rechenzentren eine dominierende Rolle spielen werde. Novell schätze die Zahl der weltweiten Linux-Server im produktiven Einsatz auf drei Millionen.

Trotz dieser Erfolgsmeldungen dürfe man die Realität nicht aus den Augen verlieren, schloss der Novell-CEO seine Rede. Die meisten Unternehmen strebten eine Mischung aus Closed-Source- und quelloffenen Produkten an: "Ob wir es mögen oder nicht, wir leben noch nicht in einer reinen Open-Source-Welt."

Martin Fink, General Manager für das Linux-Geschäft bei Hewlett-Packard, teilte diese Einschätzung. In seiner Rede zitierte er ebenfalls aus einer Marktstudie, derzufolge drei von fünf Unternehmen einen Mix aus Open- und Closed-Source-Systemen anstrebten. Demgegenüber beabsichtigten lediglich zwei Prozent der befragten Firmen, ihre IT-Infrastruktur komplett aus Open-Source-Komponenten zusammenzubauen. 38 Prozent hätten angegeben, überwiegend kommerzielle Software einzusetzen. (wh)