Linuxworld: Aufbruch vom Basislager

Ludger Schmitz ist freiberuflicher IT-Journalist in Kelheim. Er ist spezialisiert auf Open Source und neue Open-Initiativen.
Auf der diesjährigen Frankfurter Kongressmesse Linuxworld standen weniger Linux als vielmehr Anwendungen für das quelloffene System im Vordergrund.

Ein neuer Markt zwingt zu Anpassungen. Immer mehr IT-Anbieter stellen ihre kommerzielle Software auf Linux um.

Als im Jahr 2000 die erste deutsche Linuxworld stattfand, war das beherrschende Thema die rasante technische Entwicklung des quelloffenen Betriebssystems. Würde es ihm gelingen, aus der Nische der Internet-orientierten Umgebungen herauszukommen, für mehr zu stehen als die damals schon verbreitete Kombination mit dem Web-Server Apache und dem Mail-Server Sendmail? Heute, zu seinem fünften Geburtstag, ist Europas größter Linux-Event von ganz anderen Themen beherrscht. Gerade das, was vor wenigen Jahren als das größte Defizit von Linux galt, steht jetzt im Zentrum: Anwendungen.

Allenfalls am Rande geht es noch um die technischen Eigenschaften des nächsten Linux-Kernels 2.8. Mögen die großen Messestände von IBM, HP oder Sun vordergründig imposante Linux-Hardware zeigen, so sind sie doch geprägt von zahlreichen Partnern, die ihre Linux-basierenden Applikationen präsentieren. Das Angebotsspektrum der Aussteller ist sehr vielfältig. Auffallend ist auch die starke Präsenz der Open-Source-Projekte.

Bei genauerer Betrachtung des Softwareangebots fallen einige interessante Trends auf. Um Linux herum haben sich im Segment Infrastruktursoftware Open-Source-Produkte etabliert. Die bekannteste Kombination trägt das Kürzel LAMP. Es steht für Linux, Apache, die Datenbank MySQL und die Programmier-Tools Perl, PHP und Python. Feste Größen sind inzwischen auch Samba, Jonas und Jboss. Zu den fortgeschrittenen Projekten muss man darüber hinaus Zend, Mono, GCC und jBPM zählen.