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Linuxtag verspürt wieder Aufwind

04.06.2007
Nach jahrelang abnehmendem Interesse steigen nach dem Umzug nach Berlin wieder die Besucherzahlen.

Das Motto hieß: "Come in, we're open!" Und es kam an: Rund 9600 Besucher pilgerten nach Angaben des Veranstalters zum Linuxtag in die Messehallen unter dem Berliner Funkturm. Das sind nach Jahren rückläufiger Zahlen wieder mehr Gäste als auf der letztjährigen Veranstaltung in Wiesbaden (9000, Zusammenfassung hier). Der Messeteil verzeichnete mit 47 kommerziellen Unternehmen eine verhaltene Ausstellerbeteiligung; aber der veranstaltende Linuxtag e.V. legt traditionell besonderen Wert auf die Open-Source-Community: 80 Entwickler- und Anwenderprojekte aus über 40 Ländern präsentierten sich. Hinzu kam ein gewaltiges Konferenzprogramm, das auf 200 Vorträge in 30 Reihen angeschwollen ist. Unter den Rednern waren Alan Cox, Chef-Maintainer des Linux-Kernels, Matthias Ettrich, Initiator der KDE-Benutzeroberfläche, und Larry Ewing, Gnome-Entwickler und Designer des Linux-Maskottchens Tux.

Wie heutzutage bei Messen üblich, war auch der Linuxtag nicht die Plattform für große Produktankündigungen. Mehr Aufsehen erregte zur Eröffnung Berlins Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linkspartei/PDS) mit der Ankündigung, die Senatsverwaltung werde Anfang kommenden Jahres ihre Server auf Linux umstellen. Doch das ist bestenfalls eine kleine Erfolgsmeldung für die Open-Source-Gemeinde. Denn schon seit Ende 2005 gibt es in der Bundeshauptstadt Bestrebungen, auch alle 58.000 Desktops der Verwaltung auf quelloffene Software umzustellen. Der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und sein Innensenator Ehrhart Körting haben die von Senatsabgeordneten angemahnte Migration aber harsch zurückgewiesen: Eine Migration wie in München oder Wien ist nach Ansicht der beiden SPD-Politiker "nicht umsetzbar" und eine "nicht marktkonforme, technologisch und insbesondere wirtschaftlich nicht vertretbare Maßnahme". (ls)