LibreOffice 4.0 ist da

Linux und Open-Source-Rückblick KW 6

11.02.2013 | von Jürgen Donauer
Mit der Ausgabe von LibreOffice 4.0 erreicht die freie Bürosoftware-Sammlung einen weiteren großen Meilenstein. Nutzer können sich auf viele Änderungen und Verbesserungen freuen. Das und mehr in unserem Open-Source-Rückblick.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in der Kalenderwoche 6. Es gibt einen ersten Veröffentlichungs-Kandidaten von openSUSE 12.3.

Mit dem Sonar-Projekt möchte ein blinder Entwickler eine Linux-Distribution schaffen, der behinderten Menschen einen einfacheren Zugriff zu Technologie und Computern ermöglicht.

Geht es nach Mark Shuttleworth, schlagen die ersten Ubuntu Phones im Oktober 2013 auf. Steam darf nun offiziell von allen Distributionen in die Softwarelager aufgenommen werden. Diverse Samsung-Notebooks lassen sich auch mit Windows unbrauchbar machen. Das KDE-Team hat Version 4.10 veröffentlicht.

LibreOffice 4.0

The Document Foundation hat Version 4.0 der kostenlosen und freien Bürosoftware-Sammlung LibreOffice zur Verfügung gestellt. Laut offizieller Ankündigung ist das Projekt innerhalb von 30 Monaten zum größten freien Software-Projekt gewachsen, das sich auf Anwender-Produktivität fokussiert. Mehr als 500 Entwickler pflegten mehr als 50.000 Commits ein.

LibreOffice 4.0 bringt sehr viele neue Funktionen und Änderungen mit sich. Unter anderem kann sich die Software mit diversen Dokumenten-Management-Systemen verbinden. Dazu gehört Alfresco, IBM FileNet P8, Microsoft Share Point 2010 und so weiter.

Weiterhin ist die Kompatibilität zu DOCX- und RTF-Dokumenten verbessert. Sie können auch Dokumente von Microsoft Publisher importieren. Der Visio-Import-Filter wurde ebenfalls verbessert.

Integration für Unity und Unterstützung für Firefox Themes (früher Personas) ist auch gegeben. Die Entwickler sprechen außerdem von verbesserter Geschwindigkeit.

Es gibt eine erste Ausgabe der Impress-Fernbedienungs-App für Android. Sie finden eine Übersicht mit allen Neuerungen und Änderungen bei libreoffice.org. Sie können die neueste Version der freien Bürosoftware-Sammlung im Download-Bereich der Projektseite herunterladen.

openSUSE 12.3 RC1

Die Entwickler von openSUSE haben einen ersten Veröffentlichungs-Kandidaten der beliebten Linux-Distribution mit dem Chamäleon zur Verfügung gestellt. Das Betriebssystem kommt unter anderem mit Linux-Kernel 3.7.6, KDE 4.10 und GNOME 3.6. Die Entwickler bitten um reges Testen und Interessierte möchten nicht auf RC2 warten.

PackageKit 0.8.7 erlaubt es Transaktionen parallel auszuführen, was sich positive auf die Geschwindigkeit auswirkt. Das libzypp-Backend wurde komplett neu geschrieben und dabei gleich einige alte und lästige Bugs ausgebessert.

Wie vbereits im Vorfeld bekannt wurde, ersetzt MariaDB das von Oracle entwickelte MySQL als Standard-Datenbank. Letztere ist über die Repositories weiterhin verfügbar. MariaDB sollte allerdings komplett kompatibel zu MySQL sein.

Weiterhin sprechen die Entwickler in der offiziellen Ankündigung von einem funktionierenden WebYaST. Allerdings bedarf es hier weiterer Tests. Samba 4 hat den Abgabetermin verpasst. Deswegen ist in openSUSE 12.3 weiterhin Samba 3.6.12 vertreten.

Wer testen möchte, kann sich Abbilder im Entwickler-Bereich der Projektseite herunterladen. Die finale Version soll in ungefähr einem Monat erscheinen.

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Alle Linux und Open-Source Nachrichten

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Samsungs Firmware-Problem

Es gab einiges Aufsehen, dass diverse Samsung-Notebooks nach dem Installieren von Linux nicht mehr starten wollten. Das trifft allerdings nur dann zu, wenn sich das Gerät im UEFI-Modus befindet. Man hatte zunächst den Samsung-Notebook-Treiber im Verdacht.

Nun hat Matthew Garret herausgefunden, dass sich so ein Verhalten auch mit Windows provozieren lässt. Er konnte das Problem auf einem Rechner mit Windows auf einem Notebook auslösen, auf dem Linux niemals gelaufen ist. Somit ist es definitiv ein Firmware-Problem von Samsung.

Garret rät deshalb, Samsung-Notebooks derzeit nur im BIOS-Modus zu betreiben. Anwender von Windows 8 müssten dafür ihr Gerät allerdings komplett neu installieren.

Sonar Project

Der blinde Entwickler Jonathan Nadeau ist ein starker Verfechter von freier Software. Mit seiner Kampagne auf Indiegogo sammelt er Geld, um eine Linux-Distribution zu schaffen, die behinderten Menschen den Umgang mit Computern vereinfacht.

Er spricht dabei nicht nur von blinden Anwendern oder solchen mit Sehschwächen, sondern auch von Menschen mit Querschnittslähmungen. Laut seiner Aussage gibt es bereits Software dafür, aber die kostet im Durchschnitt 900 US-Dollar. Viele behinderte Menschen seien arbeitslos und könnten sich das einfach nicht leisten. Der Entwickler plant sogar das Versenden von optischen Medien für Anwender mit langsamer Internet-Verbindung.

Sonar basiert auf Linux und sämtliche verwendete Software ist frei und Open-Source. Erfahrung mit Linux-Distributionen bringt Nadeau bereits mit. Er hat bei einem Praktikum bei der Free Software Foundation an Trisquel GNU/Linux mitgearbeitet.

Seine Kampagne ist flexibel. Auch wenn die angestrebten 20.000 US-Dollar nicht erreicht werden, geht das bisher gesammelte Geld zu Gunsten des Projekts. Sie erfahren mehr über Sonar auf der Homepage.

Ubuntu Phones im Oktober

Das Wall Street Journal berichtet, dass Canonical-Chef Mark Shuttleworth in einem Interview Oktober 2013 als Ausgabeziel für die ersten Ubuntu-Phones im Auge hat.

Shuttleworth sprach von zwei geographisch wichtigen Märkten, die man am Anfang ins Visier nimmt. Welche Märkte das sind, hat er nicht verraten. Einen Hinweis gibt es allerdings. Shuttleworth sprach von Nordamerika als strategisch wichtig für Ubuntu.

KDE 4.10

Ab sofort gibt es Version 4.10 der KDE Software Compilation mit vielen Neuerungen und Änderungen. Unter anderem verwenden viele Komponenten von Plasma Workspace das Qt Quick Framework. Die Entwickler sprechen außerdem von Verbesserungen in Sachen Stabilität und Verbesserungen bezüglich mobiler Geräte. Weiterhin lässt sich nun die Menüleiste in die Fensterleiste integrieren.

Die neueste Version sollte bald mit diversen Linux-Distributionen ausgeliefert werden. Das in zirka einem Monat erscheinende openSUSE 12.3 enthält die neuesten KDE-Ausgabe.

Steam-Update

Valve hat ein Update für den Steam-Client zur Verfügung gestellt. Neben einigen bereinigten Fehlern ist eine Änderung der Lizenz sehr interessant. Valve erlaubt nun ausdrücklich das Erstellen von Paketen für andere Linux-Distributionen. openSUSE hatte Steam zum Beispiel schon im Repository. Dort haben es die Entwickler wegen Lizenz-Bedenken allerdings wieder entfernt. Mit der Änderung sollte die Sorge nun aus der Welt geschafft sein. (ph)

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