Kostenloses NAS-System: FreeNAS 9.1.0

Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 31

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die Entwickler von FreeNAS haben ein großes Update zur Verfügung gestellt. Unter anderem gibt es Verbesserungen beim WebGUI und ZFS.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in Kalenderwoche 31. Das Administrator-Handbuch zu Debian wurde aktualisiert und die Entwickler des ownCloud-Synchronisations-Clients spendieren der Software eine Fortschrittsanzeige. Die Entwickler von Wordpress haben Version 3.6 "Oscar" zur Verfügung gestellt. Puppy Linux 5.7 "Precise"ist binärkompatibel zu Ubuntu 12.04 LTS.

FreeNAS 9.1.0

Laut offizieller Ankündigung wurden große Teile des WebGUI komplett überarbeitet. Neue Funktionen sollen Administratoren das Leben einfacher machen. Zum Beispiel gibt es einen Wizard, der bei der Erstellung von Volumes hilft. Das gilt vor allen Dingen für Anwender, die mit dem Dateisystem ZFS weniger vertraut sind.

Das Interface für die Verschlüsselung wurde ebenfalls überarbeitet. Dieses schlägt nun gewisse Schritte vor, um neu erschaffene Volumes korrekt zu verschlüsseln.

Das Installieren von Plugins wurde laut eigenen Aussagen ebenfalls vereinfacht. Anwender können die Erweiterungen über ein zentrales Plugin-Repository einspielen, oder auch das Web-Interface für manuelle Installationen benutzen. Dafür stellen die Entwickler mehrere so genannte Jails zur Verfügung. Unterstützt sind ab sofort FreeNAS-Plugins, PC-BSD-Ports und herkömmliche FreeBSD-Pakete. FreeNAS nutzt das Warden-System von PC-BSD und bringt dafür ein komplett neu gestaltetes Interface mit sich.

In Sachen ZFS wurde ebenfalls aktualisiert. Das Dateisystem unterstützt nun LZ4-Komprimierung. Damit lassen sich kompromierte Datensätze nahezu in Echtzeit bearbeiten. Weiterhin ist TRIM-Unterstützung enthalten, um einem Einsatz von Solid State Disks gerecht zu werden.

Die Basis von FreeNAS 9.1.0 wurde auf FreeBSD 9-STABLE aktualisiert. Interessierte können ein ISO-Abbild aus dem Download-Bereich der Projektseite beziehen.

Debian: Administrator-Handbuch für Wheezy

Debian 7 "Wheezy" ist schon eine Weile auf dem Markt und die Herausgeber des Administrator-Handbuchs sind etwas hinterher. Allerdings wurden nun die ersten Kapitel aktualisiert, um die derzeit stabile Version von Debian GNU/Linux zu adressieren.

Wer einen Blick in die aktualisierten Kapitel werfen möchte, findet diese auf der Projektseite. Die Macher würden sich außerdem freuen, wenn man Schreibfehler oder andere Probleme meldet.

ownCloud-Client mit Fortschrittsanzeige

Bisher hatte die Synchronisations-Engine csync keine API, die Up- und Download-Raten an andere Programmebenen weitergeben konnte. Nun wurden allerdings zwei Callbacks implementiert. Einer davon informiert über Start, Ende und Fortschritt von Up- und Downloads. Der andere informiert über Größen und Anzahl der Dateien.

Diese Informationen übergibt man einer Klasse mit Namen ProgressDispatcher, bei der sich andere Klassen bedienen können. Somit ist es auch möglich, die Informationen in der Client-GUI zu verwenden. In der stabilen Version des ownCloud-Sync-Client ist die Funktion noch nicht enthalten. Bisher mussten Anwender raten, wie lange eine Synchronisation vermutlich noch dauert.

Wer schon einen Blick in die Zukunft der Software werfen möchte, kann sich die Nightly Builds für Linux, Windows und Mac OS X herunterladen.

WordPress 3.6 "Oscar"

WordPress 3.6 bringt viele neue Funktionen für Blogger mit sich. Dazu gehört auch ein eingebauter HTML-5-Media-Player. Somit können Sie Audio und Video nun nativ einbetten. Weiterhin wurde der Korrektur-Browser überarbeitet.

Das mitgelieferte Theme Twenty Thirteen ist so ausgelegt, dass der Fokus komplett auf die Inhalte gelegt ist. Laut Angaben der Entwickler hat man sich bei Twenty Thirteen von moderner Kunst inspirieren lassen. Sollte mehr als ein Autor in einem Blog tätig sein, erhält nun jeder eine eigene Autosave-Funktion. Weiterhin wurde das Sperren von derzeit bearbeiteten Beiträgen verbessert.

Die Entwickler haben laut eigenen Angaben mehr als 700 Tickets geschlossen. Die deutschsprachige Version der Software finden Sie unter de.wordpress.org.

Puppy Linux 5.7 "Precise"

Der Precise-Zweig von Puppy Linux ist binärkompatiblel zur langzeitunterstützten Distribution Ubuntu 12.04 LTS "Precise Pangolin".

Es gibt eine Retro-Version, die sich für den Einsatz auf älteren Computern mit wenigen Hardware-Ressourcen eignet. Diese beinhaltet SeaMonkey und Opera. Haben Rechner weniger als 256 MByte Arbeitsspeicher, sollten Anwender auf Opera als Webbrowser zurückgreifen. Retro hat außerdem keine Unterstützung für PAE.

Die Modern-Ausgabe setzt eine i686-CPU mit PAE voraus. Hier setzen die Entwickler auf Linux-Kernel 3.9.11. Wer Puppy Linux ausprobieren möchte, findet Abbilder im Download-Bereich der Projektseite.

Linus Torvalds hat offenbar gewonnen

Der Kernel-Vater Linus Torvalds sagte einst: "Sollte Microsoft jemals eine Applikation für Linux machen, bedeutet das einen Sieg für mich."

Nachdem Microsoft Office nun auch Android-Anwendern zur Verfügung gestellt werden soll, hat Torvalds offenbar gewonnen. Android basiert auf dem Linux-Kernel. (ph)