NVIDIA mit offizieller Optimus-Unterstützung

Linux- und Open-Source- Rückblick für KW 15

Bernd Reder ist freier Journalist mit den Schwerpunkten Netzwerke, IT und Telekommunikation in München.
NVIDIA hat einen Beta-Treiber für Linux zur Verfügung gestellt, der erstmals offizielle Unterstützung für Computer mit Optimus-Technologie mit sich bringt.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in der Kalenderwoche 15. The Amnesic Incognito Live System hat ein Update spendiert bekommen. Fuduntu 2013.2 ist veröffentlicht und bietet erstmalig eine Lite-Version an.

Die digitale Dunkelkammer Darktable 1.2 ist verfügbar. ownCloud hat Wartungs-Versionen für die Server- und Client-Seite zur Verfügung gestellt. Die Tanglu-Community freut sich über ein offizielles Logo.

NVIDIA-Treiber 319.12 Beta

Der proprietäre Treiber von NVIDIA in Ausgabe 319.12 ist zwar eine Beta-Version, aber viele Linux-Anwender haben sehnsüchtig auf diesen Moment gewartet. Es ist der erste offizielle NVIDIA-Treiber, der Optimus-Technologie für Linux unterstützt. Weiterhin wurde die RandR-Funktionalität verbessert.

Weiterhin unterstützt der Treiber GeForce GTX 650 Ti BOOST und kann mit UEFI Secure Boot umgehen. Sie finden weitere Informationenund Download-Links unter devtalk.nvidia.com.

Bisher mussten sich Linux-Anwender mit Bumblebee (optirum / primusrun) helfen, das zweifelsohne nicht schlecht funktioniert. Eine offizielle Unterstützung im Treiber würde Linux-Anwendern jedoch zusätzliche Konfigurations-Schritte sparen.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, dass Valve und NVIDIA auf der Game Developer Conference ihre Erfahrungen mit dem Portieren von Spielen auf Linux geteilt und die Präsentation in Form eines PDF-Dokuments ausgegeben.

TAILS 0.17.2

TAILS steht für The Amnesic Incognito Live System. Diese Distribution basiert auf Debian und versucht so gut wie möglich, die Privatsphäre des Anwenders zu schützen. Sämtlicher Datenverkehr wird dabei erzwungen durch TOR (The Onion Router) geleitet.

Die aktuelle Version bringt Iceweasel 17.0.5esr und Linux-Kernel 3.2.41-2 mit sich. Weiterhin wurde NoScripts HTML5 Media-Click-To-Play deaktiviert. Dies soll dem Anwender diverse Klicks sparen.

Die Entwickler haben außerdem weiter an den Übersetzungen der Distribution gearbeitet. Sie finden die aktuelle Ausgabe von TAILS auf der Projektseite. TAILS lässt sich übrigens auch als Windows XP getarnt starten und ein Unterschied ist gar nicht so einfach auszumachen.

Fuduntu 2013.2

Fuduntu hat eigentlich als Spaß-Projekt angefangen, aber so großen Zulauf erhalten, dass die Distribution in der Zwischenzeit eigene Repositories vorhält. Fuduntu ist eine Rolling-Distribution. Die Entwickler geben aber alle 3 Monate ein neues Installations-Medium aus.

Die aktuelle Version bringt unter anderem Linux-Kernel 3.8.3, Thunderbird 17.0.4, Firefox 19.0.2, Chromium 25 und LibreOffice 4.0.1.2 mit sich.

Die Entwickler haben 75 neue Pakete in die Repositories aufgenommen. Auf Wunsch der Community hat das Multimedia-Center XBMC Einzug gehalten. Octave, Clementine und Musescore sind nun ebenfalls erhältlich.

Eine weitere Neuerung ist die erstmalig angebotene Lite-Version. Wenn der Anwender diese installiert, braucht er drei bis vier GByte weniger Festplattenplatz, bekommt allerdings auch nur die Grundpakete. Dafür kann er sich dann sein System so zusammenstellen, wie er gerne möchte. Sie finden alle Details zu Fuduntu 2013.2 und Download-Links in der offiziellen Ankündigung.

Darktable 1.2

Darktable gehört unter Linux zu einer der beliebtesten Nachbearbeitungs-Tools für Fotos. Die Sofware kann dabei mit RAW-Bildern umgehen. Weiterhin können Sie mittels Darktable hervorragend die Kamera steuern (Tethering).

Version 1.2 bringt verbesserte Rauschreduzierung mit sich. Dafür verwendet das Programm vorgefertigte Kamera-Profile. Insgesamt sind schon 72 mit von der Partie.

Des Weiteren wurde an einer Import-Funktion von Lightroom gearbeitet. Im Idealfall muss der Anwender bereits getätigte Arbeitsschritte in Darktable nicht noch einmal wiederholen. Mit dem Bildformat jpeg2000 kann Darktable 1.2 ebenfalls umgehen.

ownCloud 5.0.4 und Sync Client 1.2.4

ownCloud 5.0.4 ist eine Wartungs-Version, die diverse Fehler ausbessert. Im Changelog werden hier zum Beispiel Kontakte und Kalender erwähnt. Weiterhin haben die Entwickler die Kompatibilität bezüglich PostgreSQL und LDAP verbessert. Drei Sicherheitslücken wurden ebenfalls ausgebessert. Eine davon betrifft eine XSS-Schwachstelle in jPlayer.

Fast gleichzeitig gab es eine neue Version des Sync Clients für Linux, Mac OS X und Windows. Dieser behebt ebenfalls diverse Fehler. Das Problem mit den _conflict-Dateien scheint allerdings mit der neuesten Kobination auch nicht gelöst zu sein. Weitere Informationen zu ownCloud Client und csync finden Sie im Changelog.

Tanglu

Tanglu ist eine noch nicht ausgegebene Distribution, aber auf dem besten Weg dorthin. Die Entwickler wollen eine Debian-basierte Distribution ins Leben rufen, die allerdings immer aktuelle Software ausliefert.

Auf jeden Fall hat das Tanglu-Projekt nun ein Logo und auch einen eigenen Planeten, auf dem Neuigkeiten angekündigt werden. (mhr)