Sicherheits-Distribution Kali Linux 1.0

Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 11

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Mit Kali Linux 1.0 gibt es einen Nachfolger zu der bekannten Sicherheits-Distribution BackTrack. Das System basiert nun auf Debian.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source in der Kalenderwoche 11. Diverse Ubuntu-Derivate haben eine erste Beta-Version von Ausgabe 13.04 "Raring Ringtail" zur Verfügung gestellt.

Die persönliche Datenwolke ownCloud ist ab sofort als Version 5 erhätlich. openSUSE steht ab sofort als Version 12.3 bereit. Mark Shuttleworth möchte künftig die LTS-Versionen von Ubuntu stärken.

Kali Linux 1.0

Offensive Security hat den BackTrack-Nachfolger Kali Linux 1.0 ausgegeben. Die Distribution basiert auf Debian und bringt GNOME 3.4 als Desktop-Umgebung mit sich.

Die eigenen Repositories gleichen die Entwickler vier Mal täglich mit Debian ab. Weiterhin werden alle Pakete Debian-konform ausgegeben. Viele der Sicherheits-Tools müssen allerdings auf dem neuesten Stand sein und diese bieten die Entwickler selbst an.

Anwender werden es angenehm finden, dass sie künftig einfach aktualisieren können. Bisher musste man jedes Mal neu installieren, wenn eine neue BackTrack-Version zur Verfügung stand.

Wer Tools wie Kali Linux einsetzt, sollte sich vorher informieren. Man befindet sich damit schnell auf der illegalen Seite. Den Einsatz in Firmen, um die Infrastruktur auf Sicherheitslücken zu prüfen, sollten Sie sich unbedingt absegnen lassen.

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Alle Linux und Open-Source Nachrichten

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Ubuntu 13.04 Beta 1

Für die Haupt-Distribution gibt es keine Beta-Version. Hier können Interessierte die täglich generierten Abbilder verwenden. Allerdings steht es den Abkömmlingen frei, eigenständige Testversionen zur Verfügung zu stellen.

Die Derivate Edubuntu, Kubuntu, Lubuntu, UbuntuKylin, Ubuntu Cloud, Ubuntu Studio und Xubuntu haben Beta-Versionen zur Verfügung gestellt.

Kubuntu bringt KDE 4.10.1 mit sich. Weiterhin ist Homerun an Bord. Die Software ist eine Vollbild-Alternative zum Kickoff-Menü. Die Entwickler von Xubuntu haben Abiword und GIMP wieder in die Distribution mit aufgenommen. Download-Links finden Sie in der offiziellen Ankündigung.

ownCloud 5

ownCloud 5 kommt gegenüber der Vorgänger-Version in einem neuen Gewand. Das Seitenmenü ist geschrumpft und somit gibt es mehr Platz für den eigentlichen Inhalt. Weiterhin lassen sich hochgeladene Dateien ab sofort mittels ClamAV auf Viren untersuchen.

Dazu gibt es eine Undelete-Funktion. Damit lassen sich aus Versehen gelöschte Daten wieder herstellen. Die integrierte Suchmaschine kann auch in Dateien suchen. Derzeit werden Text- und PDF-Dateien unterstützt.

Verbesserungen gibt es außerdem bei der Foto-Galerie. Die Dokumentation für den Administrator liefert die Software gleich mit aus. Sie lässt sich über den Menüpunkt Hilfe aufrufen. Kontakte lassen sich nun Gruppen zuordnen. Sie finden die neueste Version von ownCloud auf der Projektseite.

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass Google Reader zum 1. Juli 2013 eingestellt wird. Alternativen sind also gefragt wobei auch die ownCloud einspringen könnte. Dort arbeitet man schon längere Zeit an einem Newsreader und will eine erste Version in weniger als zwei Monaten zur Verfügung stellen.

openSUSE 12.3

openSUSE-Freunde dürfen sich über die finale Ausgabe von 12.3 freuen. Diese Version bringt nicht nur Unterstützung für das Starten von UEFI mit sich, sondern beendet auch den Integrations-Prozess von systemd.

Die Live-Abbilder sind 1 GByte groß und für den Einsatz von USB-Sticks optimiert. Wie schon länger bekannt ist, hat MariaDB MySQL als Standard-Datenbankserver-Software abgelöst. Als Alternative ist auch PostgreSQL 9.2 an Bord.

openSUSE-Anwender können zwischen verschiedenen Desktop-Umgebungen wählen. Es stehen unter anderem KDE, GNOME und Xfce zur Auswahl. Als Herzstück setzt die Distribution auf Linux-Kernel 3.7.

In Sachen Virtualisierung befindet sich VirtualBox 4.2 an Bord. openSUSE 12.3 ist die erste Ausgabe der Distribution, die einen vollständigen Satz an Paketen für OpenStack (Cloud) mit sich bringt.

Weiterhin gibt es Abbilder für ARM v7 und eine experimentelle Version von ARM 64-Bit. openSUSE 12.3 gibt es auch als Rettungs-CD mit Xfce. Sie finden weitere Informationen und Download-Links in den Veröffentlichungshinweisen.

Rolling Releases und Ubuntu

Die Diskussionen um die Rolling Releases für Ubuntu gehen weiter und Mark Shuttleworth hat einen Gegenvorschlag gemacht, der allerdings noch nicht in Stein gemeißelt ist.

Anstelle von Rolling Releases sähe er es lieber, wenn man das Augenmerk auf die LTS-Versionen legt. Optional solle man hier neuere Software als Optionen zur Verfügung stellen. Das sind zum Beispiel aktualisierte Kernel, Unity und andere Kern-Komponenten.

Dafür könnte man die offizielle Unterstützung für Interims-Ausgaben auf sieben Monate reduzieren. So könnte die sich derzeit in der Entwicklung befindliche Ausgabe als eine Art Spitze bezeichnen lassen. Entwickler und Interessierte wären dann immer auf dem neuesten Stand und müssten beim Beginn neuer Zyklen nicht explizit ein Upgrade einspielen. (ph)