Linux oder Windows -Was ist günstiger?

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Der Streit um die Betriebskosten Linux-basierender Systeme eskaliert. Die Open-Source-Gemeinde wehrt sich mit einer eigenen Studie gegen Microsofts "Get-the-Facts"-Kampagne.

Unterm Strich ist Linux teurer als Windows. So lautet die Kernbotschaft, die Microsoft in seiner Get-the-Facts-Kampagne verbreitet. Der Softwaremulti stützt sich auf eine ganze Reihe von Expertenstudien, die er zumeist großzügig finanziell unterstützt.

Hier lesen Sie …

  • welche Argumente Microsoft im Kampf gegen die Linux-Konkurrenz vorbringt;

  • wie die Open-Source-Gemeinde dagegenhält;

  • welche Kostenaspekte die Diskussion bestimmen.

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Nun schlägt die Open-Source-Community zurück: "Get the Truth on Linux Management" verspricht ein aktueller Bericht des US-Marktforschers Enterprise Management Associates (EMA), der die Argumente der Gates-Company widerlegen soll.

Microsoft-Studien veraltet?

Die Ergebnisse zeigten, dass die von Microsoft zitierten Studien veraltet seien, erklären die Autoren. In der aktuellen Untersuchung hätten 88 Prozent der Befragten mit heterogenen IT-Plattformen angegeben, die Verwaltung einer Linux-Umgebung verursache weniger Aufwand als eine Windows-Installation. Dies sei vor allem auf den Einsatz ausgefeilter Management-Werkzeuge zurückzuführen, die mittlerweile für das quelloffene Betriebssystem angeboten würden.

In seiner Get-the-Facts-Kampagne hatte Microsoft unter anderem auf eine Meta-Group-Studie vom Juni 2005 verwiesen. Darin behaupten die Analysten, Windows lasse sich schneller installieren, konfigurieren und verwalten als Linux. Weitere von dem Konzern gesponserte Untersuchungen brachten ähnliche Resultate.

Herstellerneutral ist freilich auch die EMA-Erhebung nicht. Zu den Geldgebern gehört das Konsortium Open Source Development Labs (OSDL), das unter anderem Linus Torvalds beschäftigt, und das Softwarehaus Levanta; der kalifornische Hersteller offeriert Management-Werkzeuge für Linux.