Linux- und Open-Source-Rückblick für KW 22

Linux Mint 17 „Qiana“ ist fertig

03.06.2014
Von 
Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig.
Die Entwickler von Linux Mint haben die finalen Versionen von Linux Mint 17 Cinnamon und Mate ausgegeben.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Linux und Open-Source Kalenderwoche 22. Was ist mit TrueCrypt los? Die Verschlüsselungs-Software scheint eingestellt zu sein. Canonical tritt der Cloud Foundry Foundation bei.

TrueCrypt am Ende?

Den Aufreger der Woche lieferten die Entwickler der Verschlüsselungs-Software TrueCrypt. Die offizielle Seite truecrypt.org wurde plötzlich auf die sourceforge-Seite des Projekts umgeleitet. Dort ist zu lesen, dass TrueCrypt nicht mehr sicher sei. Anwender möchten die entsprechenden eingebauten Mechanismen der Betriebssysteme verwenden. Für Windows bedeute das BitLocker.

Nun ging das Rätselraten los und dieGerüchteküche brodelte. Steckt ein Geheimdienst dahinter und hat den Entwickler aus Gründen der nationalen Sicherheit einen Maulkorb verpasst? Hat das kürzlich durchgeführte Audit etwas damit zu tun? Eine offizielle Aussage der TrueCrypt-Entwickler gibt es nicht.

Steven Barnhart hat auf Twitter eine Reaktion auf ein E-Mail bekommen, die ein gewisser "David" geschickt hat. Angeblich stecke keine Regierung dahinter und man habe einfach kein Interesse mehr. TrueCrypt sei in erster Linie für Windows XP erstellt worde und dafür wurde der Support im April 2014 eingestellt.

Die Entwickler haben eine Version 7.2 ausgegeben, mit der man TrueCrypt-Volumes noch entschlüsseln kann. Die alte Version 7.1a wurde von der Website verbannt. Es gibt allerdings genug Stellen im Internet, wo man diese noch herunterladen kann.

Bis auf Weiteres ist Abwarten und Tee trinken angesagt. Ob man den wahren Grund für die Einstellung je erfährt, steht in den Sternen. Sollte TrueCrypt am Ende sein, wollen einige Entwickler die Software dennoch forken und unter TrueCrypt.ch weiter betreiben.

Linux Mint 17 "Qiana" ist da

Linux Mint 17 "Qiana" basiert auf Ubuntu 14.04 LTS "Trusty Tahr" und erhält somit ebenfalls fünf Jahre Unterstützung. Die Distribution ist mit den Desktop-Umgebungen Cinnamon 2.2 und Mate 1.8 zu haben. Ersteres ist eine Eigenentwicklung und Mate ist ein Fork von GNOME 2. Linux Mint richtet sich an reine Desktop-Anwender.

Die Entwickler haben Linux Mint 17viele Verbesserungen spendiert. Der Update-Manager wurde gründlich überarbeitet und der Nutzer erhält mehr Informationen. Außerdem ist die Komponenten performanter. Weiterhin enthält der Update-Manager einen speziellen Reiter für den Kernel. Damit kann sich der Anwender aussuchen, welchen Kernel er im System nutzen möchte.

Ab dieser Ausgabe werden bis ins Jahre 2016 alle weitere Linux-Mint-Versionen auf Qiana basieren. Die Entwickler haben damit auf eine LTS-Strategie umgestellt. Dies ist sinnvoll, da Nicht-LTS-Ubuntu-Ausgaben nur noch neun Monate Unterstützung erhalten. Interessierte können ISO-Abbilder für Linux Mint 17 Cinnamon und Mate imDownload-Bereichder Projekteseite herunterladen. Es stehen Images für die Architekturen x86 und x86_64 zur Verfügung.

Canonical nun Mitglied der Cloud Foundry Foundation

Die Firma hinter Ubuntu, Canonical, hatangekündigt, der Cloud Foundry Foundation beigetreten zu sein. Ubuntu verwendet Cloud Foundry als PaaS-Plattform. Das beinhaltet OpenStack, Ubuntu-Server auf Bare-Metal und Ubuntu als Gast-Betriebsystem auf Public Clouds. Die Open-Source-Orchestrierungs-Plattform Juju setzt man für das Deployment ein.