Konkurrenz für Novell und Red Hat

Linux-Distributor Xandros schluckt Rivalen Linspire

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Data Center, Virtualisierung und Big Data.
Fast geräuschlos hat Xandros, Spezialist für benutzerfreundliche Linux-Desktops, den Konkurrenten Linspire übernommen.

Öffentlich bekannt wurde der Deal erst durch ein Blog-Posting des ehemaligen Linspire-Chefs Kevin Carmony. Xandros-CEO Andreas Typaldos bestätigte die Übernahme. Für Xandros gehe es in erster Linie darum, die Produktpalette auch für Enterprise-Kunden attraktiver zu machen, begründete er den Schritt. Bis dato konzentrierten sich sowohl Linspire als auch Xandros auf einfach installierbare und benutzbare Linux-Distributionen.

"Mit der Übernahme von Linspire will Xandros seine Marktposition gegenüber Red Hat, Novell Suse und Microsoft stärken", kommentierte Vince Londini vom Analystenhaus Info-Tech Research. Er schloss weitere Zukäufe nicht aus. Vor einem Jahr übernahm Xandros den Open-Source-Anbieter Scalix, der vor allem für seine Groupware-Suite Scalix bekannt ist. Bereits im Jahr 2001 hatte Xandros die Linux-Sparte von Corel gekauft. Den deutschen Markt betrat Xandros erst im Jahr 2005 mit der benutzerfreundlichen Linux-Distribution "Xandros Desktop 3.1". Später kamen auch Server-Versionen des Systems hinzu.

Linspire firmierte früher unter dem Namen Lindows. Nach einem Rechtsstreit mit Microsoft musste sich der Linux-Spezialist einen anderen Namen geben.