Linux auf dem Desktop weckt Interesse

Ludger Schmitz ist freiberuflicher IT-Journalist in Kelheim. Er ist spezialisiert auf Open Source und neue Open-Initiativen.
MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Lange Zeit wurde die Idee belächelt, Linux auf dem Desktop etablieren zu wollen. Zu weit hinkten die Anwendungen hinter der Microsoft-Welt hinterher. Seit gut einem Jahr ist das anders. Die Möglichkeiten und Grenzen der Desktop-Alternative sind in der Diskussion.

Schon in vergangenen Jahren waren Linux-Desktops auf einschlägigen Veranstaltungen wie „Linux-Tag“ oder „Linux-World“ ein Thema. Diskutiert wurden erste Fälle, in denen Anwender Arbeitsplatzrechner auf Linux-Basis betrieben. Der Versicherungskonzern Debeka etwa hatte über 3000 Clients auf das Open-Source-System umgestellt. Außerdem, so war damals zu hören, liefen in der öffentlichen Verwaltung gut ein Dutzend Pilotprojekte zur Nutzung von Linux auf normalen Office-Desktops.

Foto: ls

Dabei ist es nicht geblieben. Die Münsteraner Versicherung LVM ist mit bisher rund 7000 Arbeitsplatzrechnern auf Linux gewechselt. Auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene läuft in mehreren Großprojekten die Migration auf Linux-Desktops. Das verwundert Markus Huber-Graul, Analyst der Meta Group, nicht: „Man kann sich einiges sparen. 50 Prozent der IT-Kosten fallen im Client-Bereich an.“

Sparen müssen die IT-Abteilungen jedoch alle, ob sie nun in Unternehmen oder in der öffentlichen Verwaltung ansässig sind. Trotzdem stürzen sich nicht alle auf Linux. Nach übereinstimmender Ansicht der meisten Open-Source-Beobachter der Entwicklung zeigen Versicherungen und Behörden das meiste Interesse an Linux auf Desktops. Es folgen die Banken. Und inzwischen melden selbst mittelständische Unternehmen wie der Edelpfannenhersteller Berndes, Arnsberg, oder die Fürther Kerscher-Metalle die Verwendung von Linux-Desktops.