Banco Mercantil wirft Windows- und Unix-Server raus

Linux-Anwendungen auf Mainframes

25.05.2001
CARACAS (CW) - Banco Mercantil mit Hauptsitz in der venezolanischen Hauptstadt Caracas wird eine der drei Partitionen ihres Sechs-Wege-Großrechners "9672-X67" mit der Suse-Linux-Distribution belegen. Auf dieser Partition werden dann Aufgaben erledigt, die bislang Dutzende von Windows-NT- und Unix-Servern bearbeitet hatten.

Das Bankhaus unterhält 375 Niederlassungen in Lateinamerika und ist damit eines der größten Finanzinstitute auf dem Kontinent. In Phase eins der Linux-Mainframe-Konsolidierung wird es Aufgaben wie die Druck- und Dateiverwaltung, aber auch die Administration von Firewalls und die Domain-Name-Services (DNS) von den NT-Servern abziehen und auf seine Großrechner übertragen.

Während auf einer Partition des Mainframes die Suse-Linux-Distribution läuft, setzt die Bank auf den beiden anderen Cics-Datenbank-Applikationen für das Bankenwesen sowie Domino-E-Mail- und Groupware-Applikationen ein.

In einem zweiten Schritt portiert die Banco Mercantil auch ihre Web-Server-Applikationen von Sun und HP-Servern auf die Linux-Partition. Zudem sollen Web-basierte, bankenspezifische Applikationen für die Kunden-Selbstbedienung auf die Linux-Partition gepackt werden.

Den Ritterschlag als Linux-Trägersystem hatten IBM-Mainframes bereits vergangenen Dezember erhalten. Damals übertrug der skandinavische Telecommunications- und Service-Provider Telia AB alle Web-Dienstleistungen auf einen "9672-ZZ7"-Mainframe.