Linus Torvalds lästert über Mac OS X

09.04.2001

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Linux-Erfinder Linus Torvalds hat Apples neues Betriebssystem Mac OS X als "einen Haufen Scheiße" bezeichnet. Genauer gesagt nicht das ganze Mac OS X, sondern dessen Unix-Kernel "Mach". Torvalds schreibt in seiner kommenden Autobiografie "Just for fun": "Mach enthält alle Design-Fehler, die man überhaupt nur machen kann, und macht darüber hinaus noch ein paar eigene."

Gar nicht gern hören dürfte das Steve Jobs, der Torvalds 1997 überreden wollte, an Mac OS X mitzuarbeiten. Auch andere Verfechter freier Software dürften "not amused" sein - Mach ist unter anderem auch Herzstück von "Hurd", einem Kernel-Projekt der Free Software Foundation (FSF) im Rahmen des GNU-Projekts. Mach wurde 1985 an der Carnegie Mellon University entwickelt und fand seither Eingang in eine Reihe von kommerziellen Betriebssystemen (unter anderem IBMs OS/2). Mac OS X basiert auf einem Open-Source-Kern namens "Darwin", der neben dem Mach-Kernel vor allem Elemente aus dem ebenfalls quelloffenen FreeBSD enthält.

Die nahezu allergische Reaktion von Linus Torvalds auf Mach wird übrigens etwas verständlicher, wenn man weiß, dass der Finne vor Jahren von Mach-Miterfinder Andrew Tanenbaum für seinen eigenen Kernel ziemlich arg gerügt wurde ("Als Student wäre er damit bei mir durchgefallen")...

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