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Liebe 2.0: Ich seh' Dir in den Quellcode, Kleines!

25.10.2007
Von pte pte
Das Internet fungiert für rund ein Viertel der US-Bürger als Ersatz für eine Beziehung mit Menschen aus Fleisch und Blut.

Glaubt man einer aktuellen Studie des Markforschungsinstituts Zogby, so gehen nicht nur immer mehr Menschen online auf Partnersuche, sondern sehen das Netz mittlerweile - zumindest für eine Zeit lang - auch als passende Entsprechung zu einem Lebensgefährten aus Fleisch und Blut. Am höchsten ist der Anteil unter den Singles, von denen 31 Prozent der Befragten - Männer gleichermaßen wie Frauen - angaben, das Internet könne eine Liebesbeziehung ersetzen. Viele Internetnutzer gehen inzwischen nicht mehr auf die Suche nach einem realen, sondern nach einem virtuellen Partner beziehungsweise nutzen virtuelle Welten, um auf die große Liebe zu stoßen.

So zeigte etwa eine Studie der Handelshochschule Leipzig, das besonders Online-Welten wie Second Life zum Großteil als realitätsnahe Kontaktbörse dienen. Dass die Nutzer aufgrund ihres virtuellen Soziallebens den Bezug zur Realität verlieren, sei dennoch nicht zu befürchten. Denn Langweile oder Realitätsflucht sind nur selten ein Beweggrund, sich in ein Internet-Universum einzuklinken. "Dennoch wird es spannend sein, genauer zu erforschen, was hinter jenen wenigen Personen steckt, die eben aus Gründen der Realitätsflucht in Second Life aktiv sind", wie Kathrin Jung, wissenschaftliche Mitarbeiterin der Handelshochschule Leipzig, gegenüber pressetext einräumte.

Die Zogby-Umfrage förderte zudem recht bizarre Ergebnisse zutage. So würden sich immerhin elf Prozent der Amerikaner einen Chip einpflanzen lassen, um direkt über ihr Gehirn Zugang zum Internet zu haben. Knapp jeder Fünfte würde sogar seinem Kind einen Chip implantieren lassen, um es jederzeit orten zu können. Zehn Prozent der Befragten behaupteten außerdem, dass das Internet sie näher an Gott gebracht habe, während sechs Prozent glauben, sich aufgrund moderner Technologien weiter von Gott entfernt zu haben.

Auch der aktuelle Hype um Social-Networking-Plattformen spiegelt sich in der Studie wider. Etwa jeder vierte Befragte verfügt über ein Profil auf einer Netzwerk-Seite wie MySpace oder Facebook. Bei den 18- bis 24-Jährigen liegt der Anteil bei 78 Prozent. Teilt man die Networking-Nutzer nach ihrer politischen Orientierung auf, zeigt sich, dass mehr Demokraten als Republikaner bei Social-Networks aktiv sind. (pte)