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Licht und Schatten bei Oracle

16.06.1999
Gutes Quartalsergebnis, aber Entlassungen

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die Datenbank-Company Oracle hat nach dem schwachen Abschneiden im dritten Quartal ihres Geschäftsjahres nun gestern nach Börsenschluß die Zahlen für den vierten Dreimonatszeitraum vorgelegt. Das Unternehmen konnte einen Nettoprofit von 527 Millionen Dollar oder 36 Cent pro Aktie ausweisen, einen Cent über den Erwartungen der Analysten. Ein Jahr zuvor hatte der Gewinn bei 402,8 Millionen Dollar oder 27 Cent je Anteilschein gelegen. Die Einnahmen stiegen gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres (2,4 Milliarden Dollar) um 22 Prozent auf 2,9 Milliarden Dollar. "Wir sind rechtzeitig auf den Internet-Zug aufgesprungen und geben jetzt Gas", erklärte CEO (Chief Executive Officer) Larry Ellison. Die Aktien von Oracle haben seit Jahresbeginn um rund zehn Prozent nachgegeben, weil die Investoren angesichts der Konzentration vieler Unternehmen auf das Jahr-2000-Problem eine geringere

Investitionsbereitschaft in Oracle-Produkte befürchten.

Ebenfalls gestern kündigte Oracle die Entlassung von 325 Mitarbeitern an. Dabei geht es allerdings um weniger als ein Prozent der derzeitigen Belegschaft von rund 43 000 Angestellten. Von den Kündigungen sollen alle Bereiche außer der Produktentwicklung betroffen sein. Ellison hatte bereits früher in diesem Monat angekündigt, er wolle im kommenden Jahr eine Milliarde Dollar Kosten einsparen und das Geschäftsmodell von Online-Unternehmen übernehmen, um effektiver zu arbeiten. Unter anderem sind "Built-to-order"-Anwendungen geplant, die Kunden via Web bestellen können. "Wir wollen das Internet wirklich für das fundamentale Tagesgeschäft nutzen", erklärte Oracle-Sprecherin Jennifer Glass.