Freie Bürosoftware

LibreOffice 5.0 ist fertig

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The Document Foundation (TDF) hat gestern mit LibreOffice 5.0.0 die mittlerweile zehnte Hauptversion seit Gründung des Projekts veröffentlicht.

LibreOffice 5.0 mit all seinen Features sei das modernste Open-Source-Büropaket, heißt es in der Ankündigung, und richte sich als erste Version des dritten Entwicklungszyklus zunächst an Technikbegeisterte und "Early Adopter". Für die professionelle Nutzung in Firmen und Organisationen bietet die TDF weiterhin den bewährten 4.4-Zweig an (aktuell ist Version 4.4.5). In jedem Fall empfiehlt die TDF Unternehmen, nur dann zu LibreOffice zu wechseln, wenn das Projekt durch zertifizierte Fachleute unterstützt wird, die professionellen Support, Migrationsberatung und Trainings anbieten können.

Foto: TDF

"Im Jahr 2010 haben wir einen ziemlich alten Quellcode geerbt [LibreOffice ist ein Fork von OpenOffice.org, Anm. d. Red.], der zunächst bereinigt, verbessert und verschlankt werden musste, bevor wir überhaupt erst die Office-Suite entwickeln konnten, die uns schon lange vorschwebte", sagt Michael Meeks, TDF-Vorstand und einer der führenden LibreOffice-Entwickler. "Seit 2010 sind wir durch drei verschiedene Entwicklungszyklen gegangen: Am Anfang stand die 3.x-Familie, um den Code von Altlasten zu bereinigen, dann die 4.x-Familie, um LibreOffice flüssiger in der Bedienung zu machen und jetzt die 5.x-Familie, die die ganze Suite vor allem in ihrer Oberfläche schlauer macht."

LibreOffice kommt in Version 5.0 mit einer weiter optimierten und übersichtlicheren Benutzeroberfläche daher. Unter der Haube arbeiten verbesserte Importfilter für die proprietären Dateiformate der Büropakete von Microsoft und Apple. Außerdem gibt es für Windows ab Vista nun eine 64-Bit-Variante. Weitere Neuerungen sind Vorschau von Formatierungen direkt im Programm sowie in der Tabellenkalkulation komplexe Formeln, neue Funktionen, verbesserte bedingte Formatierung, Adressierung von Tabellen und Zuschneiden von Bildern. Das neue Release wird laut TDF auch die Ausgangsbasis für mobile Clients unter Android und Ubuntu Touch sowie für die angedachte Cloud-Version bilden.

Besonders stolz sind die unter dem Dach der Stiftung versammelten hunderten freiwilligen Entwickler auf die Qualität ihres Quellcodes: Laut einer Prüfung mit der statistischen Analyse-Software "Coverity Scan" liegt die Zahl der Fehler pro 1000 Codezeilen durchgängig unter 0,001. Die Anzahl der behobenen Bugs liege inzwischen bei über 25.000 und wachse ständig. LibreOffice 5.0 sei in Bezug auf Qualität und Stabilität durch eine große Zahl von verschiedenartigen Tests, unter anderem durch regelmäßige Dokumentanalyse, um Abstürze, Fehler und Regressionen frühzeitig zu erkennen, nochmals stark verbessert worden, so die TDF weiter.