Open-Source- und Linux-Rückblick für KW 31

LibreOffice 4.3, Kodi und openSUSE Factory

Jürgen Donauer war als Systemadministrator zunächst für Informix und später IBM tätig. Dann verschlug es ihn in das Rechenzentrum von Media-Saturn. Dort kümmerte er sich mitunter um die Webserver, Datenbankanbindungen und den Online-Shop. Anschließend war er als Redakteur im Bereich Linux für TecChannel tätig. Derzeit arbeitet Jürgen Donauer als freier Autor für TECCHANNEL und COMPUTERWOCHE sowie als Privatdozent.
Die Entwickler von LibreOffice haben Version 4.3 mit vielen Neuerungen und Verbesserungen ausgegeben.

Die COMPUTERWOCHE zeigt die wichtigsten Informationen zu Open-Source und Linux in Kalenderwoche 31. Ubuntus Abkömmlinge als 14.10 Alpha 2 verfügbar.

Chris Beard ist Mozillas neuer CEO. Das XBMC-Projekt wird in Kodi umbenannt. Entwicklungs-Modell für openSUSE geändert.

LibreOffice 4.3 ist da

The Document Foundation hat LibreOffice 4.3 für Linux, Mac OS X und Windows zur Verfügung gestellt. Die Entwickler haben vieleVerbesserungen und Neuerungeneingepflegt. Das gilt laut eigenen Angaben vor allen Dingen für die OOXML-Interoperabilität.

Weiterhin lassen sich die Kommentare in ODF-, DOC-, OOXML- und RTF-Dokumenten bessern formatieren, importieren und exportieren. Auch verschachtelte Kommenrare sind möglich.

Außerdem wurde ein Bug entfernt, der sich seit elf Jahren im Code befand. Dieser Fehler limiterte Absätze auf 16-Bit oder 65.535 Zeichen. Nun sind es 32-Bit. Sie können die aktuelles Version von derProjektseite herunterladen.

Konservativeren Anwendern empfiehlt man, weiterhin bei LibreOffice 4.2.x zu bleiben und auf einige Punkt-Versionen von 4.3 zu warten.

Ubuntus Abkömmlinge mit Alpha 2

Ubuntu selbst gibt es nicht mehr als Alpha-Versionen. Stattdessen können Sie einen so genanntenDaily Build testen.

Den Abkömmlingen ist es aber freigestellt, Test-Versionen während der Entwicklungs-Phase bereit zu stellen.

Kubuntu 14.10 Alpha 2beinhaltet weiterhin die Desktop-Umgebung Plasma 4. Der Fokus liegt laut Aussagen der Entwickler zwar auf Plasma 5, das diese Woche vom KDE-Teamveröffentlicht wurde, allerdings sei das in Kubuntu noch nicht stabil genug.

Weiterhin gibt es zweite Alpha-Versionen vonUbuntu GNOME,UbuntuKylin,LubuntuundUbuntu Cloud.

Es handelt sich hier um sehr frühe Versionen der kommenden Ubuntu-Abkömmlinge. Sie sollten diese nicht in einer produktiven Umgebung einsetzen.

XBMC heißt künftig Kodi

Die Entwickler des XBMC-Projekts sindder Ansicht, dass der Name nicht mehr passt. Ursprünglich hieß das Projekt Xbox Media Player, später Xbox Media Center und dann XBMC. Auf neueren Xbox-Versionen läuft die Software aber gar nicht mehr. Weiterhin sei das Projekt mittlerweile mehr als ein reines Media Center. Deswegen mache weder das "XB", noch das "MC" Sinn.

Man hat sich entschieden, XBMC in Kodi umzubennen und hofft, einen Namen für die Ewigkeit gefunden zu haben. Ebenfalls will man die Marke besser schützen und Richtlinien ausgeben, wie die Logos und so weiter zu verwenden sind.

Die Open-Source-SoftwareXBMC ist eines der beliebtesten Media-Center, die es gibt. Die Software läuft unter Linux, Mac OS X, Windows, Raspberry Pi und auch Android-Geräten wie der OUYA. Es gibt auch Spezial-Distributionen, die nur mit dem Ziel XBMC entwickelt werden. OpenELEC ist ein Beispiel dafür.

Die Versionierung wird allerdings weitergeführt. Aktuell ist derzeit XBMC 13 "Gotham". Die Nachfolge-Version wird dann Kodi 14 "Helix" sein.

Chris Beard ist Mozillas neuer CEO

Genau genommen ist Chris Beard nicht Mozillasneuer CEO. Er hat diesen Posten bereits seit April 2014, allerdings war er nur als Interims-CEO vorgesehen. Nun konnte man Beard anscheinend überzeugen, den Chefsessel dauerhaft zu besetzen.

Chris Beard, CEO der Mozilla Corp.
Chris Beard, CEO der Mozilla Corp.
Foto: Greylock Partners

Beard stieß noch vor Firefox 1.0 zu Mozilla, hat die Firma zwischenzeitlich aber verlassen. Mitchell Baker sagte, dass er dennoch immer beratend zur Seite stand. Man hätte laut eigenen Angaben keinen besseren CEO für Mozilla finden können.

openSUSE Factory wird eigene Distribution

Die Entwickler von openSUSE habenangekündigt, dass openSUSE Factory ab sofort als eigene Distribution geführt wird. Der Grund ist, dass openSUSE Factory in der Zwischenzeit ein sehr stabiles "Bleeding Egde"-Betriebssystem ist, das man ohne weiteres als "Rolling Release" ausgeben kann.

Damit schlägt man zwei Fliegen mit einer Klappe. Erstens muss man keine Test-Versionen der großen openSUSE-Versionen mehr ausgeben und zweitens müssen fortgeschrittene Linux-Anwender openSUSE theoretisch nie wieder neu installieren.