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Liberty Media will bei Premiere einsteigen

16.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der amerikanische Kabelkonzern Liberty Media kauft sich weiter in den europäischen Markt ein. Ein Sprecher von Liberty-Chef John Malone, der unter anderem die aussagekräftigen Spitznamen "Cable Cowboy" und "Darth Vader" trägt, erklärte gestern, Liberty interessiere sich für den 23-prozentigen Anteil an KirchPayTV ("Premiere World"), der sich derzeit noch im Besitz von Rupert Murdochs BSkyB befindet. Entsprechende Verhandlungen stehen Insidern zufolge kurz vor dem Abschluss. Die beiden letztgenannten Unternehmen haben die Meldung noch nicht kommentiert.

Allerdings stellt sich die Frage, wie lange das Bundeskartellamt dem Treiben noch tatenlos zusehen kann. Anfang der Woche hatte Liberty Media der Deutschen Bank die Mehrheit an Telecolumbus abgekauft; im September hatte Malone bereits sechs der neun regionalen Telekom-Kabelnetze erworben. Auch am niederländischen Anbieter UPC (United Pan-Euro Communications) erhält Liberty im Rahmen einer Umschuldung die Mehrheit.

Unabhängig davon gaben Malone und der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber heute bekannt, dass Liberty seine deutsche Zentrale in München einrichtet. Darüber hinaus wird es drei weitere regionale Niederlassungen geben. Insgesamt will das US-Unternehmen hierzulande rund 10.000 Mitarbeiter beschäftigen. 6000 übernimmt Liberty allerdings von der Telekom. (tc)