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LHS verschiebt Börsengang

20.10.2006
Wegen des "Marktumfelds" macht der Billing-Spezialist kurz vor dem erneuten Going Public einen Rückzieher.

Das Softwareunternehmen LHS hat seinen für den heutigen Freitag geplanten zweiten Börsengang verschoben. Grund sei das "Marktumfeld", teilte LHS am frühen Morgen in Frankfurt mit - angesichts der Rekordstände von Dax und Dow Jones eine etwas dürftige Erklärung. Der Anbieter von Abrechnungsprogrammen und Kundenverwaltungssystemen für die Telekom-Branche wollte mit dem Börsengang ursprünglich bis zu 80 Millionen Euro erlösen. So war geplant, dass LHS knapp 10,5 Millionen Aktien anbietet, davon 4,5 Millionen aus einer Kapitalerhöhung und im gleichen Umfang Aktien aus dem Eigentum der abgebenden Aktionäre. Hinzu kam eine Mehrzuteilungsoption von bis zu 1,36 Millionen Aktien von den Altgesellschaftern.

Wie das Börsenmagazin "Der Aktionär" berichtet, hätten Mitgründer Hartmut Lademacher und Finanzinvestor General Atlantic Partners (GAP) gleich doppelt kassiert: Einerseits durch den Verkauf eigener Aktien, andererseits sollte ein Großteil des Emissionserlöses zur Tilgung von Gesellschafterdarlehen verwendet werden.

Die bei einem angepeilten Ausgabepreis von zehn Euro je Aktie erreichte Marktkapitalisierung von 145 Millionen Euro bezeichneten Experten als "sehr ambitioniert". Im ersten Halbjahr 2006 hat LHS mit 430 Mitarbeitern einen Umsatz von 29 Millionen und einen Gewinn von weniger als einer Million Euro erzielt. Im Gesamtjahr sollen bis zu 70 Millionen Euro erlöst werden.

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