UMTS-Netbook mit schwachem Akku

LG X110 im Test

Thomas Rau ist Ressortleiter Hardware bei der PC-WELT. Sein Spezialgebiet sind Notebooks: Seit 1998 testet er Business- und Consumer-Laptops sowie andere mobile Geräte für unsere Schwesterpublikation. Zu seinen Themenbereichen gehören außerdem WLAN und Netzwerke.
Das Netbook LG X110 punktet mit hervorragendem Display und Schnelligkeit bei Office-Anwendungen. Allerdings hat das weiße Mini-Laptop auch Schattenseiten wie einen schwachbrüstigen Akku.

Heller strahlte bisher noch kein Netbook-Display im Testcenter unserer Kollegen von der PC-Welt. Der 10,2-Zoll-Bildschirm des LG X110 erreichte gemittelt maximal 229 cd/m2. Das Display ist entspiegelt. Dadurch eigenet sich das Netbook sogar für den Einsatz in der Sonne. Weitere Bestwerte ergatterte das LG X110 beim Kontrast und der Helligkeitsverteilung. Nicht ganz so stark trumpfte es bei der Farbwiedergabe und dem Graustufenverlauf auf.

Netbook mit UMTS im Test: LG X110
Netbook mit UMTS im Test: LG X110

Ausstattung: Überall online dank UMTS-Modem
Im LG X110 sitzt ein UMTS-Modem von Ericsson, das HSPA unterstützt: Damit kann man bei idealer Verbindung mit einer Datenrate von maximal 7,2 MBit/s im Down- und 2 MBit/s im Upstream per Mobilfunk surfen. Etwas umständlich: Um die SIM-Karte einzulegen, muss man den Akku ausbauen. Wie es einfacher geht, beweist beispielsweise das Toshiba NB100-12N.
Das schnelle Draft-N-WLAN hat LG nicht eingebaut: Das Netbook funkt nur mit maximal 54 MBit/s über den 11g-Standard. Dafür ist Bluetooth mit an Bord. Ansonsten orientiert sich die Ausstattung am Netbook-Standard mit Intel Atom N270, 1 GB RAM, 160-GB-Festplatte, 10/100-Mbits-Netzwerkchip sowie einer 1,3-Megapixel-Webcam.

Tempo: Okay für Office, ansonsten lahm
Die Festplatte von Western Digital konnte im Test ordentliche Datenraten vorweisen. Daher ist das Netbook vor allem bei Office-Anwendungen fast so schnell wie ein günstiges Notebook der 500-Euro-Klasse. Insgesamt bleibt seine Rechenleistung aber bescheiden: Es erreichte 1556 Punkte im PC-Mark 05 und 38 Punkte im Sysmark 2007 - diese Werte sind typisch für Netbooks.

Hier finden Sie das CW-TV-Video zum Test.
Hier finden Sie das CW-TV-Video zum Test.

Akkulaufzeit: Viel zu kurz
Ein helles, sonnenlichttaugliches Display und ein UMTS-Modem: Wer das LG X110 damit schon als das ideale Surf-Netbook gebucht hat, wird enttäuscht werden. Im Akkutest hielt das X110 keine zwei Stunden beim WLAN-Surfen durch und weniger als 1,5 Stunden bei der Video-Wiedergabe. Die Gründe: LG spendiert dem X110 nur einen 3-Zellen-Akku - und die Leistungsaufnahme des Netbooks liegt im Akkubetrieb höher als bei anderen Mini-Laptops. Auch an der Steckdose genehmigte sich das X110 mit 23,5 Watt zwei bis drei Watt mehr als ähnlich ausgestattete Netbooks. Nicht einmal besonders leicht ist das X110: Trotz des 3-Zellen-Akkus wiegt es 1220 Gramm - fast so viel wie Netbooks mit 6-Zellen-Akku.

Tastatur: Groß und ganz gut
Auch große Hände dürften beim X110 die richtigen Tasten treffen: Sie liegen in einem 17,5-Millimeter-Raster. Nur wenige Tasten fallen schmaler aus. Im Schreibtest stellte uns die Tastatur allerdings nicht ganz zufrieden: Sie gab vor allem auf der rechten Seite spürbar nach. Das Urteil der meisten Tester: Ganz gut, aber es gibt bessere Netbook-Tastaturen.

Fazit: Die geringe Akkulaufzeit ist das große Manko
Zu einem empfehlenswerten Netbook fehlt dem LG X110 eine konkurrenzfähige Akkulaufzeit. Nicht mal mit einem geringen Gewicht kann der Mini-Laptop punkten. Daher bleibt das X110 trotz des sehr guten Displays und der ordentlichen Ausstattung nur Mittelmaß.

  • Alternativen: Eine bessere Balance aus langer Akkulaufzeit, gutem Display und ergonomischer Tastatur bekommt das Samsung NC10 hin. Allerdings ist das Modell NC10-270WH mit integriertem UMTS-Modem deutlich teurer als das LG X110.

  • Varianten: LG X110-G.A7HAG: mit schwarzem Gehäuse
    LG X110-L.A7SAG: mit schwarzem Gehäuse, ohne UMTS-Modem
    LG X110-L.A7SBG: mit weißem Gehäuse, ohne UMTS-Modem