Dank Android

LG überwindet rote Zahlen im Handy-Geschäft

01.02.2012
Der südkoreanische Elektronikhersteller LG hat in seinem Handy-Geschäft erstmals nach sieben Verlustquartalen wieder schwarze Zahlen geschrieben.

Wie der weltweit drittgrößte Handy-Produzent und die Nummer zwei bei TV-Geräten am Mittwoch mitteilte, erwirtschaftete die Sparte mobile Kommunikation im Schlussquartal 2011 trotz eines Absatzrückgangs bei Handys einen operativen Gewinn in Höhe von 12 Milliarden Won (etwa 8,1 Millionen Euro).

Das "Optimus LTE" war das erste 4G-HD-Smartphone auf dem südkoreanischen Markt.
Das "Optimus LTE" war das erste 4G-HD-Smartphone auf dem südkoreanischen Markt.
Foto: LG

Die Wende verdankt das Unternehmen vor allem dem inzwischen millionenfach verkauften Smartphone "Optimus LTE", das mit dem Google-Betriebssystem Android läuft. Südkoreas zweitgrößter Elektronikkonzern nach Samsung kündigte deshalb auch an, das Geschäft mit den profitableren Smartphones auszubauen. Besonders im Blick steht dabei die Unterstützung für die schnelle Übertragungstechnik LTE (Long Term Evolution), die in den entsprechend versorgten Regionen bislang zumeist als Internet-Zugang für Notebooks genutzt wird. LG Electronics erwartet einen wachsenden Marktanteil von Smartphones mit LTE-Unterstützung.

Der Absatz aller LG-Handys, darunter auch die Basismodelle, ging im Weihnachtsquartal auf 17,7 Millionen Stück zurück. Im dritten Quartal waren es noch 21,1 Millionen.

Bei den Smartphones hatte LG Electronics lange den Anschluss verpasst. Im dritten Quartal hatte LGs heimischer Rivale Samsung den US-Konzern Apple beim Smartphone-Verkauf übertroffen. Es wird jedoch vermutet, dass Apple im vierten Quartal mit 37 Millionen verkauften iPhones wieder die Spitzenposition eingenommen hat.

Konzernweit konnte LG in den Monaten Oktober bis Dezember dank des besseren Geschäfts mit Smartphones und Flachbildschirm-Fernsehern den Verlust im Vorjahresvergleich abbauen. Unterm Strich fiel ein Defizit von 112 Billionen Won an, nach einem Verlust von 256 Billionen Won 2010. Der Umsatz fiel um rund sechs Prozent auf 13,8 Billionen Won. Dagegen verzeichnete LG im operativen Geschäft einen Gewinn von 23 Milliarden Won, nachdem im Jahr davor noch ein Defizit von 246 Milliarden Won angefallen war. Der Absatz von Flachbildschirm-Fernsehern erreichte ein Rekordhoch von 8,8 Millionen Geräten. Der Umsatz mit Haushaltsgeräten stieg im Jahresvergleich um acht Prozent auf knapp 3 Billionen Won.

Im Gesamtjahr 2011 verzeichnete LG einen Nettoverlust von 433 Milliarden Won, nach einem Defizit von knapp 1,3 Billionen Won 2010. Die Umsätze gingen um drei Prozent auf 54,3 Billionen Won zurück. (dpa/tc)