Das Dell Insider-Portal: Für alle, bei denen die Umsetzung mehr zählt als die Theorie:
Mit echten Fallbeispielen und Erfahrungsberichten zu den aktuellsten IT-Themen

Das Insider-Interview: Heiner Bruns, Client Solutions Sales Director Dell Deutschland

„Letztendlich geht es immer um die Produktivität der Mitarbeiter“

17.03.2016
In regelmäßigem Zyklus interviewen wir Mitglieder des deutschen Dell-Managements sowie Partner von Dell, um sie zu aktuellen Themen zu befragen. Diesmal im Gespräch: Heiner Bruns, Client Solutions Sales Director Dell Deutschland, zum Thema „Arbeitsplatz der Zukunft“.
Foto: Dell

Wie beginnt Ihr Tag?

Nach dem gemeinsamen Frühstück mit der Familie checke ich meine E-Mails und plane den Tag. Denn dafür ist die Ruhe am Morgen wirklich perfekt.

Haben Sie eine Sammlerleidenschaft?

Alles, was in Richtung Technik geht. Beispielsweise coole neue Gadgets, vom 3D-Drucker bis hin zu Flugdrohnen. Für solche Dinge begeistere ich mich.

Welche IT-Geräte nutzen Sie am häufigsten?

Mein Windows-Smartphone sowie meine beiden Arbeitsgeräte, ein Dell-Notebook Precision M3800 und ein Dell-Tablet Venue 8 Pro - ich bezeichne mich da als klassischen "Dreigerätenutzer". Diese drei Geräte sind eine ideale Kombination, weil ich sie jederzeit, unabhängig von der Umgebung und von der Tageszeit, für meine Zwecke einsetzen kann. In Kürze steht der Umstieg auf ein Dell Latitude 7275 2-in-1 Notebook an.

Welche IT-Innovation der letzten Zeit war für Sie am bedeutendsten?

Die Bedienung der IT-Geräte via Touch-Screen war eine revolutionäre Innovation.

Welche Internetseiten surfen Sie täglich regelmäßig an?

Hauptsächlich sind das vier Seiten: Newsportale, Google, Amazon und Wikipedia. Das sind die Seiten, auf denen ich wahrscheinlich meine meiste Online-Zeit verbringe.

Wie sind Sie in die IT-Branche und letztendlich zu Dell gekommen?

Ich bin ein Kind der PC-Generation und quasi mit PCs aufgewachsen. Als Teenager hatte ich einige der damals gängigen Computer wie den Commodore VC20, C64 und Amiga. Nach dem Abitur habe ich dann ein Informatik-Studium absolviert. Direkt nach dem Studium bin ich gleich bei Dell eingestiegen. Das ist jetzt etwas mehr als 23 Jahre her. Die korrekte Bezeichnung meiner Position ist "Client Solutions Sales Director Dell Deutschland". Damit bin ich für das Gesamtgeschäft von Dell in Deutschland im Bereich der Client-Systeme und -Lösungen verantwortlich. Dazu zählen alle PCs und Workstations von Dell sowie Peripherieprodukte wie Displays, Drucker, Software und Zubehör

"Die Gewinnung von Fachkräften ist ein wichtiges Thema für jedes Unternehmen."

Thema unseres Gesprächs ist ja der Arbeitsplatz der Zukunft - führen Ihrer Meinung nach Unternehmen einen "Kampf" um Fachkräfte?

Die Gewinnung von Fachkräften ist ein wichtiges Thema für jedes Unternehmen. Erst kürzlich habe ich an den IT-Strategie-Tagen teilgenommen. Hier gab es einen Round-Table mit CIOs und CEOs zu genau diesem Thema. Egal ob kleine, mittelständische oder große Unternehmen - der Kampf um die besten Mitarbeiter ist ein heiß diskutiertes Thema. Spannend ist natürlich die Frage, welche Rolle hier die IT spielt.

Und wie sieht das im Vergleich zu den CIOs und CEOs die IT?

Hier hat nach unseren Erfahrungen durchaus ein Umdenken eingesetzt. Das ist auch ganz logisch: Die IT war und ist ständig in Bewegung. Hier gab es schon immer einen Kampf um die besten Fachkräfte. Von den IT-Abteilungen hören wir außerdem immer wieder, dass die meisten Anwender in Fachabteilungen sehr genaue Vorstellungen davon haben, wie IT zu funktionieren hat und welche Herausforderungen es gibt. Das geht weit über die Hardware hinaus und betrifft auch Prozessthemen. Hier erfolgt quasi eine Öffnung der IT in Richtung der Mitarbeiter, und das ist richtig und wichtig.

Schwappt da ein Trend aus den USA zu uns herüber?

Das stimmt, wenn man sich die Zahlen anschaut. Eine gute Zahlenbasis liefert uns zum Beispiel unsere eigene Studie "Future Ready Workforce", die wir schon seit mehreren Jahren in Folge durchführen. Daran sehen wir sehr deutlich, welche Trends sich wie über die Zeit entwickeln, etwa Remote-Arbeit oder Zeitarbeit. Dazu zählen Aspekte wie stationäre oder mobile Arbeitsplätze sowie der Einfluss der vom Arbeitgeber bereitgestellten IT-Ausstattung auf die Wahl des Arbeitsplatzes. Bei einigen Trends mag Deutschland im Vergleich zu seinen Nachbarländern etwas hinterherhinken, aber insgesamt geht es in die gleiche Richtung.

Wie sieht Ihrer Meinung nach der Arbeitsplatz der Zukunft aus?

Mit Szenarien visionärer Hightech-Arbeitsplätze kann ich nicht aufwarten. Meiner Meinung nach wird es auch in Zukunft klassische Desktop-Arbeitsplätze geben. Natürlich werden hier neue Technologien Einzug halten, vergleichbar zur Entwicklung der Touch-Screen-Technologie. In Zukunft werden neue Funktionen wie Gesten- oder Sprachsteuerung hinzukommen. Auch die heute noch vorhandenen vielen Kabel am und unter dem Arbeitsplatz werden weniger. Sicherlich wird der Mitarbeiter der Zukunft auch andere IT-Geräte zur Verfügung haben, die heute noch nicht erfunden sind.

Mit Blick auf die Arbeitsplätze der Zukunft: Muss eine Umstrukturierung der IT schon heute erfolgen?

Das hängt vom Unternehmen ab und wird dort sicherlich jeweils unterschiedlich gelöst. Aber letztendlich muss der CIO solche Veränderungen vorantreiben. Hier ist zudem das Unternehmens-Management gefordert, damit die IT und deren Mitarbeiter solche Aufgaben nicht als lästige Verpflichtung, sondern als Chance verstehen. Das Bewusstsein ist zwar bei den meisten IT-Verantwortlichen vorhanden. Dennoch gibt es immer einige, die daran zweifeln oder erst einmal abwarten wollen. Denen möchte ich ans Herz legen, dass es ganz wichtig ist, offensiv auf diese Themen zuzugehen. Tut man das nicht, wird man letztendlich von den Mitbewerbern überholt.

"Denn letztendlich bestimmt der Kunde und Anwender, wie schnell sich eine Innovation durchsetzt."

Auch der technische Fortschritt spielt für den Arbeitsplatz der Zukunft eine Rolle: Wireless Docking wird demnächst an den Start gehen. Was genau ist Wireless Docking?

Generell ist es ja so, dass jede Form einer Wireless-Verbindung ein Komfortgewinn und für den Anwender letztendlich ein Produktivitätsgewinn ist. Jeder kennt das vom Wireless LAN. Aber jeder kennt wohl auch das Problem, wenn man in ein Büro kommt oder an einem Meeting teilnimmt: man möchte die Peripheriegeräte wie Maus, Monitor oder Projektor mit seinem Notebook verbinden und die passenden Kabel fehlen! Mit einer Technologie wie Wireless Docking gehört das der Vergangenheit an. Die Verbindungen sind problemlos und im Handumdrehen hergestellt - ganz ohne Kabelsalat. Ein weiterer Vorteil ist, dass vielleicht irgendwann die Kabelschnittstellen wie Buchsen und Stecker an den Geräten verschwinden. Das wiederum ermöglicht noch platzsparendere und kleinere Formfaktoren der Geräte. Denn die Anschlussbuchsen bestimmen häufig, wie dick oder hoch ein Gerät ist, beispielsweise beim Notebook.

Heißt das, dass wir zukünftig am PC keine Kabel mehr benötigen?

Das ist eine Evolution, keine Revolution. Diese Technik wird sich im Consumer-Bereich nach meiner Einschätzung sehr schnell durchsetzen, während wir im Business-Bereich über Jahre eine Koexistenz sehen werden. Das können durchaus fünf, sechs oder noch mehr Jahre sein. Denn letztendlich bestimmt der Kunde und Anwender, wie schnell sich eine Innovation durchsetzt.

Welche Rolle spielt die Ausstattung der Arbeitsplätze für Mitarbeiter?

Diese Frage ist spannend. Denn genau zu diesem Punkt hat die von mir bereits genannte Umfrage einige interessante Erkenntnisse geliefert. So meinten 80 Prozent der Befragten, dass die Ausstattung des Arbeitsplatzes zwar nicht der alles entscheidende Punkt, aber zumindest ein wichtiger Aspekt für die Wahl des Arbeitgebers und des Jobs ist. Knapp ein Viertel der Befragten sagte, sie würden aufgrund einer besseren IT-Ausstattung einen Wechsel des Arbeitsplatzes in Betracht ziehen. Gerade bei jüngeren Leuten habe ich immer wieder festgestellt, dass sie weniger Wert auf einen Firmenwagen legen, dafür aber umso mehr auf die IT-Ausstattung der Firma.

Welche Innovationen sind neben der Wireless-Technik am Arbeitsplatz außerdem noch zu erwarten?

Die nachhaltigsten Innovationen werden wir im alltäglichen Büroleben nach wie vor in den Bereichen Mensch, Maschine, Interface sehen. Hierzu gehören für mich zweifelsohne die Gestensteuerung und die virtuelle Desktop-Darstellung, bei der Bildschirm und Schreibtisch miteinander verschmelzen. Der Bürotisch ist dann sozusagen ein Teil oder sogar der ganze Bildschirm und wird zu einem großen interaktiven Bedienpanel des Computers. 3D-Themen, ob mit oder ohne 3D-Brille, halte ich eher bei den Entwicklerarbeitsplätzen für spannend, weniger im klassischen Büroalltag. Letztendlich geht es immer um die Produktivität der Mitarbeiter.

Dell ist für sein großes soziales Engagement bekannt. Sind sie hier ebenfalls aktiv?

Ja, absolut. Kurz etwas zur Erklärung: Dell bietet eine Plattform mit der Bezeichnung "Youth Learning and Powering the Possible". Weltweit unterstützt Dell hier junge Leute, die keinen Zugriff auf Bildungsmittel für Schule und Studium haben. Dell-Mitarbeiter können sich in entsprechenden sozialen und gemeinnützigen Einrichtungen für solche Schüler und Studenten sozial engagieren. Ich tue das beispielsweise in meinem Sportverein sowie in Elternprojektgruppen in der Schule meiner Kinder. Außerdem organisieren wir als Dell regelmäßig Veranstaltungen, deren Erlöse sozialen Zwecken zugutekommen, beispielsweise beim Laufwettbewerb Charity Walk & Run Frankfurt. Ich persönlich finde es gut und wichtig, dass Dell solche Programme vorantreibt.