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Letsbuyit macht weniger Verlust und kaum noch Umsatz

29.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der niederländische Co-Shopping-Anbieter Letsbuyit.com N.V. reduzierte im dritten Quartal seinen Nettoverlust gegenüber dem Vorjahr von 26 Millionen auf 14 Millionen Euro. Das Bruttoergebnis verbesserte sich von 913 000 Euro Minus im Vorjahresquartal auf einen Fehlbetrag in Höhe von 65 000 Euro. Was diese Zahlen wirklich wert sind, ist jedoch unklar, denn Letsbuyit.com nahm im abgelaufenen Quartal ganze 335 000 Euro ein. Im Vorjahresquartal betrug der Umsatz noch 9,26 Millionen Euro. Der Grund liegt offenbar in dem geschäftsstrategischen Wechsel zu einem reinen Agenturmodell. Anstatt in Eigenregie Produkte anzubieten, tritt der erst durch mehrere Finanzspritzen wiederbelebte Co-Shopping-Spezialist nur noch als Vermittler zwischen Kunden und Anbietern auf und erhält dafür eine Provision. Die Partner sind für die Entgegennahme der Zahlung und die Auftragsbearbeitung selbst verantwortlich.

Dadurch werden offensichtlich nicht mehr so viele Angestellte benötigt: Im Rahmen der anhaltenden Restrukturierungsmaßnahmen sollen in Kürze 58 von insgesamt 120 Stellen gekürzt werden. Für das laufende Quartal erwarten die Niederländer eine weitere Verbesserung des Nettoergebnisses. Das Unternehmen hofft dabei auf die Wirkung der eingeleiteten Kostensenkungsmaßnahmen und das bevorstehende Weihnachtsgeschäft.

Ob es dem Internet-Händler, dessen Aktienkurs am Neuen Markt bei 15 Cent herumdümpelt, dadurch gelingt, einem drohenden Delisting zu entgehen, ist zweifelhaft. Auch die erhoffte Hilfe von juristischer Seite lässt auf sich warten: Das Landgericht Frankfurt gab heute bekannt, die Verhandlung über den Antrag auf einen Aufschub der Delisting-Regeln zu verschieben. Neben Letsbuyit müssen sich außerdem Brokat, GfN, Wizcom, NSE und Infogenie bis zum 19. Dezember gedulden.