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Lernout & Hauspie widerspricht WSJ-Bericht

09.08.2000
Quartalszahlen: Umsatz durch Zukäufe verdoppelt

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Die belgische Softwareschmiede Lernout & Hauspie (LHS) hat einem Bericht des "Wall Street Journal" widersprochen, der das Unternehmen verdächtigt hatte, seine Bilanzen durch vorgetäuschte Umsätze in Südkorea zu schönen (Computerwoche.de berichtete). Das Blatt habe angebliche Statements von Kunden "falsch zitiert" oder nicht korrekt wiedergegeben. Auch andere Informationen in dem Artikel seine "verzerrt" dargestellt worden, so L&H. Die Company pocht weiterhin auf ihr blühendes Südkorea-Geschäft und nannte in einer Presseerklärung mehr als 150 Kunden, darunter auch sämtliche vom "Wall Street Journal" kritisch be- und hinterfragten Unternehmen. Die Zeitung steht weiterhin zu ihrer Darstellung. Die Aktie von L&H war gestern nach Erscheinen des

kritischen Artikels um knapp 20 Prozent eingebrochen.

Zeitgleich gab Lernout & Hauspie das Ergebnis für das zweite Fiskalquartal 2000 bekannt. Die Company wies einen Nettoverlust von 33,7 Millionen Dollar oder 26 Cent pro Aktie aus. Im Vorjahresquartal hatte L&H noch einen Reingewinn von 9,6 Millionen Dollar oder acht Cent pro Anteilschein gemeldet. Die Einnahmen wurden durch die Übernahmen von Dragon Systems und Dictaphone belastet. Beide Firmen tragen allerdings bereits 31 Millionen Dollar zum Umsatz bei, den Lernout & Hauspie dadurch auf 155 Millionen Dollar gegenüber dem Vergleichszeitraum des Vorjahres mehr als verdoppeln konnte. Abzüglich der außergewöhnlichen Belastungen hätte L&H einen Quartalsgewinn von 7,1 Millionen Dollar oder fünf Cent pro Aktie ausgewiesen (Vorjahresquartal: 17,6 Millionen Dollar oder 15 Cent je Anteilschein).

Verständlicherweise stand das Geschäft in Südkorea erneut im Mittelpunkt des Interesses. Hier meldeten die Belgier erneut ein starkes Umsatzwachstum auf 68 Millionen Dollar (Vorjahresquartal: 1,1 Millionen Dollar). Die Einnahmen in dem asiatischen Wirtschaftswunderland betrugen somit 44 Prozent des Gesamtumsatzes; ohne Berücksichtigung der jüngsten US-Übernahmen sogar 55 Prozent.