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Lernout & Hauspie: Bastiaens tritt als CEO zurück

25.08.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Gaston Bastiaens ist von seinem Amt als President und CEO (Chief Executive Officer) des belgischen Unternehmens für Spracherkennungs- und Übersetzungssoftware, Lernout & Hauspie (L&H), zurückgetreten. Bastiaens, der seit 1996 in den Positionen tätig war, wird weiterhin als Hauptaktionär und Vorstandsmitglied der Firma fungieren. Das Unternehmen war Anfang des Monats in den Verdacht geraten, seine Bilanzen durch vorgetäuschte Umsätze in Südkorea manipuliert zu haben (CW Infonet berichtete). Wie in Insiderkreisen vermutete wird, steht der Rücktritt in direkten Zusammenhang mit den Vorwürfen des Bilanzbetrugs. Sowohl der stellvertretende Vorsitzende des Unternehmens Jo Lernout als auch Bastiaens selbst betonten jedoch, dass es keine Unstimmigkeiten innerhalb der

Firma gegeben habe und die Entscheidung aus freien Stücken fiel. Auf Grund der rasanten Entwicklung des Unternehmens habe man gemeinsam "seit Monaten über personelle Veränderungen nachgedacht". Erst im Juni dieses Jahres hatte L&H das ehemalige Konkurrenzunternehmen Dragon Systems Inc. für 460 Millionen Dollar übernommen. Als Nachfolger Bastiaens ist der 59-jährige John H. Duerden ernannt worden. Duerden war bisher als CEO bei dem Hersteller von Diktiergeräten Dictaphone Corp. beschäftigt. Auch dieses Unternehmen war kürzlich von L&H zu einem Preis von 504 Millionen Dollar in Aktien übernommen worden.