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Léo Apotheker: "Wir wollen keine Kunden kaufen"

27.04.2005

KOPENHAGEN (COMPUTERWOCHE) - Nachdem im Februar SAP Umstrukturierungen vorgenommen hatte, leitet Vorstandsmitglied Léo Apotheker die "Customer Solutions Operation", der 19.000 Mitarbeiter zugeordnet sind. Die Einheit ist für alle Belange des Kunden zuständig (Vertrieb, Beratung, Schulung, Marketing und Partner) und soll unter anderem die Kundenzufriedenheit erhöhen. "Wir hatten hier keine Defizite, aber es gibt immer etwas zu verbessern", so Apotheker. Wichtig dafür sei ein gutes CRM-System. "Vielleicht sollte Siebel sich mal unser Produkt anschauen, dann würden möglicherweise deren Geschäfte besser laufen", machte sich der SAP-Manager über den CRM-Konkurrenten lustig.

Auf die Frage nach möglichen Übernahmen erklärte Apotheker gegenüber der CW: "Interessant sind Fill-in-Akquisitionen, also der Kauf von Produkten, die SAP bisher selbst nicht anbietet, oder von Firmen, die über ihren Vertriebskanal einen Markt erreichen, in dem wir nicht präsent sind, beispielsweise für den chinesischen Markt." Firmenaufkäufe allein der Kunden wegen lehnt der Vertriebschef jedoch ab. "In unserer Industrie gibt es keinen Sinn, Software-Kunden zu kaufen", kommentiert Apotheker Oracles Strategie im ERP-Umfeld. Den nun zu Oracle gehörenden Kunden von Peoplesoft und J.D. Edwards bietet SAP über das Programm "Safe Passage" Wartungsdienste für ihre Applikationen an, die laut Apotheker für eine geringere Gebühr zu haben sind als von Oracle selbst. (fn)