HP-Chef

Léo Apotheker setzt auf Innovation und "profitables Wachstum"

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Der frühere SAP- und mittlerweile HP-Chef Léo Apotheker hat dem "Wall Street Journal" ein Interview zu unter anderem seiner Strategie gegeben.
Hewlett-Packard-CEO Léo Apotheker
Hewlett-Packard-CEO Léo Apotheker
Foto: Hewlett-Packard

Anders als sein Amtsvorgänger Mark Hurd, der durch notorischen Fokus auf Kostensenkung bekannt war, will Léo Apotheker auf "profitables Wachstum" fokussieren, schreibt das Blatt. Hewlett-Packard sei, so der CEO weiter, "ein außerordentliches Unternehmen, dem es gelungen ist, seine Großartigkeit größtenteils geheim zu halten". HP müsse deswegen seine Fähigkeiten zur Innovation wiederaufleben lassen, näher an einige Kunden heranrücken und "seine Story erzählen".

Aus Sicht Apothekers durchläuft die Hightech-Industrie gerade eine massive Transformation, möglicherweise die größte seit 20 Jahren. Man werde HP daher demnächst sehr viel über Cloud und Connectivity reden hören - und zwar gegenüber Endkunden genauso wie bei Firmenkunden. "Im Consumer-Geschäft zu sein, wenn die 'Consumerisierung' der IT die gesamte Branche treibt, ist ein enormer Wettbewerbsvorteil", findet der HP-Chef.

Auf der To-Do-Liste von Léo Apotheker stehen unter anderem mehr Umsatz außerhalb der USA, mehr Innovation und schnellere Time-to-Market. "Es ist nicht so, dass wir nicht innovativ wären - wir brauchen zu lange, um Dinge auf den Markt zu bringen", gesteht der CEO unumwunden ein Manko ein. Ferner gelte es einige Schwachstellen im Software-Portfolio zu beseitigen und mehr über das Gute zu reden, das man tue. "Wir müssen viel freimütiger darüber sein, um was es bei HP eigentlich geht", sagt Apotheker. "Das haben wir seit vielen Jahren nicht mehr getan."

In Kalifornien fühlt sich der Bonvivant offensichtlich durchaus wohl. "Das ist ein faszinierender Ort", gesteht er. "Es geht überall um die Hightech-Industrie, und dem entkommt man nicht einmal beim Bergwandern. Das ist ein Riesenunterschied zum Rest der Welt."