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Lenovo will sich in Deutschland auf den kleineren Mittelstand konzentrieren

06.09.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der chinesische Computerhersteller Lenovo will nach der Übernahme der PC-Sparte von IBM seine Abhängigkeit von Großkunden in Deutschland deutlich verringern. Anstatt dessen wolle sich Lenovo in Deutschland stärker auf das Geschäft mit kleineren Mittelständlern konzentrieren, sagte Deutschlandchef Marc Fischer der "Financial Times Deutschland". Mittelfristig sei zudem geplant, PCs und Laptops auch wieder an Privatnutzer zu verkaufen, kündigte er in dem Gespräch an.

Lenovo hatte im Mai die PC-Sparte von IBM für 1,3 Milliarden Euro erworben und in Deutschland 120 Mitarbeiter von dem US-Konzern übernommen. Bislang erzielten die Chinesen nach Zeitungsangaben in Deutschland etwa 70 Prozent ihrer Umsätze mit Großkunden ab 1.000 Arbeitsplätzen. Künftig werde der Schwerpunkt bei Firmenkunden mit bereits zehn bis 500 Arbeitsplätzen liegen, hieß es weiter. Fischer hoffe, mit diesen Kunden dann bis zu 45 Prozent des Deutschlandumsatzes erzielen zu können.

Dies solle über eine größere Zahl von Distributoren erreicht werden. Lenovo spreche derzeit mit Firmen, die bisher weder die Produkte der Chinesen noch die von IBM verwendet hatten. Zudem stellte der Deutschlandchef eine Überprüfung der Preise in Aussicht, da Lenovo auf dem deutschen Markt noch keine Premiummarke sei.

Offen ließ der Manager hingegen, wie Lenovo künftig seine Produkte an Privatkunden verkaufen will. Denkbar sei der Online-Vertrieb oder der Vertrieb über große Elektromärkte, sagte er. Analysiert würde derzeit aber auch das System der eigenen Läden des US-Computerkonzerns Apple. Voraussichtlich werde Lenovo in einem ausgesuchten europäischen Markt zunächst die Akzeptanz der privaten Verbraucher prüfen. Dies werde jedoch nicht Deutschland sein. (dpa/tc)