Business All-in-One-PC im Review

Lenovo ThinkCentre X1 im Test

24.07.2016
Von  und Jon Jacobi
Florian Maier beschäftigt sich in erster Linie mit dem Themenbereich IT-Security. Daneben schreibt er auch über reichweitenstarke und populäre IT-Themen an der Schnittstelle zu B2C und ist für den Facebook-Auftritt der COMPUTERWOCHE zuständig. Er schreibt hauptsächlich für die Portale COMPUTERWOCHE und CIO.
Schnittig, minimalistisch und schnell sollte ein All-in-One-PC idealerweise sein. Ob Lenovos ThinkCentre X1 diesem AiO-Credo gerecht wird, klären wir im Test.

All-in-One-PCs sparen Platz und sorgen für einen aufgeräumten Arbeitsplatz - egal ob im Büro oder Home Office. Dabei sollen Sie natürlich auch noch stylisch und performant sein. Der All-in-One (AiO) ist also so etwas wie die eierlegende Wollmilchsau unter den PCs. Zumindest im Idealfall. Denn bislang ist kaum ein AiO diesen Erwartungen wirklich gerecht geworden. Lenovos ThinkCentre X1 - ein All-in-One für den Business-Einsatz - kommt dem allerdings schon ziemlich nahe. Warum genau, verraten wir Ihnen im ausführlichen Test.

ThinkCentre X1: Design & Ausstattung

Der ThinkCentre X1 kommt im für Lenovo typischen Anthrazit daher und bietet einen entspiegelten Full-HD-Screen mit 23,8 Zoll Bildschirmdiagonale (ca. 60,5 Zentimeter) - allerdings ohne Touch-Funktionalität. Die Entspiegelung des Displays zeigt in der Praxis seine Wirkung, auch bei heller Umgebung bleiben störende Reflektionen aus. Dafür machte sich im Test ein leicht milchiger Schleier bemerkbar. Ein komplett mattes Panel würde dem X1 noch besser zu Gesicht stehen. Apropos Gesicht: der ThinkCentre-AiO ist - was die Ästhetik angeht - eine absolute Augenweide. Das Highlight der mit dem Red Dot Design Award prämierten Optik ist dabei ohne Zweifel der Standfuß. Der ist so dünn, dass er fast schon als Teil des Schreibtisches durchgeht. Dabei vermittelt der Lenovo PC allerdings nie das Gefühl von Instabilität: Auch bei einer Neupositionierung des Screens können Sie sicher sein, dass der Monitor nicht nach hinten wegkippt. Weitere Pluspunkte bekommt der Lenovo ThinkCentre X1 im Test für die vielfältigen Verstellmöglichkeiten des Standfußes, sowie für den geringen Kraftaufwand der hierfür nötig ist. So haben Sie nicht nur jederzeit problemlos Zugriff auf Gegenstände, die eventuell hinter Ihrem Monitor stehen, sondern sind auch deutlich weniger frustriert, wenn Sie mal ein Kabel oder Devices an den rückseitigen Ports des AiO anschließen möchten.

Das Full-HD-Display des ThinkCentre X1 lässt sich im Winkel von -5 bis 45 Grad neigen. Eine Höhenverstellung ist standardmäßig allerdings nicht vorgesehen.
Das Full-HD-Display des ThinkCentre X1 lässt sich im Winkel von -5 bis 45 Grad neigen. Eine Höhenverstellung ist standardmäßig allerdings nicht vorgesehen.
Foto: Lenovo

Dass die Lenovo-Designer den X1 wirklich durchdacht haben, zeigt sich beim Blick auf die Anordnung der Anschlüsse. Alles, was Sie vermutlich dauerhaft an den PC anschließen werden, befindet sich auf der Rückseite des Geräts: Ethernet-Anschluss, Kensington-Lock-Port, Netzteil-Anschluss, ein bidirektionaler DisplayPort 1.2-Anschluss sowie drei USB-3.0-Ports. Zwei weitere USB-3.0-Buchsen (davon befindet sich einer zu Aufladezwecken im Always-On-Mode) finden sich auf der linken Seite des AiO, ebenso wie ein Kombi-Anschluss für Kopfhörer und Mikrofon sowie ein Kartenleser. Auf der rechten Seite sind ferner Power- und Mute-Button sowie ein Computer/Display-Switch untergebracht. Letzterer kommt beim DisplayPort-Anschluss zum Einsatz, um ein weiteres Display anzusteuern oder um Inhalte eines anderen Computers auf dem ThinkCentre-X1-Display darzustellen.

Auf der Rückseite des Lenovo All-in-One sind alle wichtigen Anschlüsse gut zugänglich untergebracht.
Auf der Rückseite des Lenovo All-in-One sind alle wichtigen Anschlüsse gut zugänglich untergebracht.
Foto: Lenovo

Kritik gibt es auch - aber nur ein bißchen: Die Farbgebung des X1-Netzteils. Dessen Form und Größe ähneln einem USB-Device doch recht nahe kommt. Da sowohl dieser Anschluss, als auch der Always-On-USB-Port auf der linken Seite gelb sind, kann es leicht zu Verwechslungen kommen. Es gäbe zwar auch eine Bedienungsanleitung, aber wer liest so etwas schon? Ein weiterer Nachteil könnte die nicht vorhandene Höhenverstellung des Screens sein. Insbesondere großgewachsene Benutzer sollten die Montage einer Wandhalterung mit Arm in Erwägung ziehen. Da Lenovos ThinkCentre X1 insgesamt nur knapp vier Kilo auf die Waage bringt, eignen sich auch günstigere Wandhalterungen. Allerdings sollten Sie darauf achten, dass es sich um eine VESA-genormte Halterung handelt. Auch Lenovo selbst bietet zwei VESA-Halterungen an: die höhenverstellbare Variante schlägt mit knapp 200 Euro zu Buche, eine Halterung zur einfachen Wandmontage gibt es im Lenovo-Shop dagegen für knapp 22 Euro.

Der Standfuß ist das Design-Highlight am ThinkCentre X1. Leider ist das verchromte Teil so dünn, dass die Kabel sichtbar werden können.
Der Standfuß ist das Design-Highlight am ThinkCentre X1. Leider ist das verchromte Teil so dünn, dass die Kabel sichtbar werden können.
Foto: Lenovo

Eine Sache noch: der Standfuß des X1 ist echt dünn. So dünn, dass es ziemlich wahrscheinlich ist, dass die an der Rückseite angeschlossenen Kabel sichtbar werden. Wer also Wert auf einen kompromisslos cleanen Look legt, könnte enttäuscht werden. Für Kabelhasser wäre für die Farbe des Standfußes schwarz zudem wohl eine bessere Farbwahl gewesen als chrom.