Schwache Verkaufszahlen

Lenovo stoppt Online-Vertrieb von Linux-PCs

Wolfgang Herrmann ist Deputy Editorial Director der IDG-Publikationen COMPUTERWOCHE und CIO. Zuvor war er Chefredakteur der Schwesterpublikation TecChannel und stellvertretender Chefredakteur COMPUTERWOCHE. Zu seinen thematischen Schwerpunkten gehören Cloud Computing, Big Data / Analytics und Digitale Transformation.
Wegen unbefriedigender Absatzzahlen vertreibt Lenovo PCs und Notebooks mit einer vorinstallierten Linux-Variante nur noch direkt oder über Partner.

Seit Ende vergangener Woche nimmt Lenovo keine Online-Bestellungen mehr für "ThinkPad"-Notebooks und "ThinkCentre"-PCs entgegen, auf denen Linux vorinstalliert ist. Laut Unternehmenssprecher Ray Gorman werde der Verkauf über die eigene Vertriebsmannschaft und über Lenovo-Partner aber fortgesetzt.

"Unser Engagement für Linux hat sich nicht geändert", versuchte Gorman die Entscheidung zu relativieren. Die meisten Aufträge für Rechner mit einer vorinstallierten Variante des Open-Source-Betriebssystems seien ohnehin über das eigene Verkaufsteam oder über Geschäftspartner eingegangen. Er räumte zugleich ein, dass sich die Online-Verkäufe der Linux-Systeme nicht wie erwartet entwickelt hätten. Lenovo offeriert seit dem Jahr 2000 Linux-basierende Rechner. Bereits Anfang August hatte der chinesisch-amerikanische Hersteller angekündigt, er werde seine neuen Netbooks der "S"-Serie - Mini-Notebooks ähnlich dem "Eee PC" von Asus - in den USA nicht mit einem Linux-Betriebssystem anbieten.

Laut Gorman wird Lenovo weiterhin die Linux-Distributionen von Red Hat und Novell Suse für den Einsatz auf ThinkPad-Notebooks und ThinkCentre-PCs zertifizieren. Auf neuen Modellen dieser Rechner wolle man auch den Einsatz von Ubuntu-Linux über eine Zertifizierung unterstützen.