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Lenovo rechnet nicht mit schnellem Erfolg

07.09.2006
Der chinesische PC-Bauer Lenovo rechnet nach der Übernahme des PC-Geschäfts von IBM erst in ein paar Jahren wieder mit der früher gewohnten Profitablität.

"Zurzeit liegen unsere Margen nur bei ein bis zwei Prozent – das ist gewiss kein gesundes Business", erklärte Chairman Yang Yuanqing beim Reuters China Century Summit. Lenovo sei entschlossen, seine gegenwärtig 7,7 Prozent Marktanteil weltweit nicht nur zu verteidigen, sondern auszubauen. Investoren sollten aber beim Blick unter den Strich noch etwas Geduld haben.

Vor der Übernahme der IBM-Sparte für 1,25 Milliarden Dollar im Jahr 2005 hatte Lenovo – einer der wenigen chinesischen Hersteller, der eine globale Marke aufbauen will – noch Nettomargen von 4,5 bis fünf Prozent erzielt. "Niemand sollte glauben, dass wir das so bald wieder schaffen", warnte Yang. "Das wird nicht in einem oder in zwei Jahren passieren; vielleicht brauchen wir einen Drei- oder Fünfjahresplan."

Selbst das dürfte nicht einfach werden angesichts eines Marktes, in dem knallharter Preiskampf herrscht und sich die Firmenkunden mit Anschaffungen zurückhalten. Kurzfristig gesellt sich auch noch Microsoft Verschiebung von Windows Vista dazu, die sich nach Einschätzung von Yang negativ auf das traditionell starke Weihnachtsgeschäft auswirken dürfte.

Der Verwaltungsratschef ist trotzdem optimistisch. "Im letzten Quartal konnten wir zum ersten Mal nach dem IBM-Kauf unser Volumen stärker steigern als der Marktdurchschnitt", sagte Yan. "Ich hoffe, diesen Trend können wir fortsetzen." In dem am 30. Juni beendeten ersten Fiskalquartal hatte Lenovo unter anderem durch Expansion Richtung kleine und mittlere Unternehmen und Endkunden zwölf Prozent mehr Rechner ausgeliefert als ein Jahr zuvor; der PC-Markt war hingegen insgesamt nur um neun Prozent gewachsen. (tc)