Über PCs hinaus

Lenovo nimmt nach Gewinnsprung Zukäufe ins Visier

16.08.2013
Der chinesische Lenovo-Konzern hat erst Hewlett-Packard von der Spitze im PC-Markt verdrängt und setzt jetzt auch bei Smartphones zum Angriff an. Dabei sollen weitere Zukäufe helfen.

Der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo lässt die Muskeln spielen. Der chinesische Konzern will nach einem Gewinnsprung und Erfolgen im Smartphone-Geschäft auf Einkaufstour gehen. Lenovo sehe sich nach Übernahmezielen sowohl im Computer als auch im Smartphone-Bereich um, sagte Konzernchef Yang Yuanqing der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Er äußerte sich nicht zu andauernden Spekulationen, Lenovo könnte sich für den kriselnden Smartphone-Pionier Blackberry interessieren. Blackberry prüft derzeit einen Verkauf des Unternehmens.

Lenovo-Chef Yuanqing Yang hat trotz der Krise im weltweiten PC-Markt weiter gut lachen.
Lenovo-Chef Yuanqing Yang hat trotz der Krise im weltweiten PC-Markt weiter gut lachen.
Foto: Lenovo

Im vergangenen Quartal steigerte Lenovo den Gewinn um fast ein Viertel auf 173,9 Millionen Dollar (131,1 Mio Euro). Der Umsatz stieg in dem Ende Juni abgeschlossenen Geschäftsquartal um 9,7 Prozent auf 8,79 Milliarden Dollar, wie Lenovo am Donnerstag mitteilte (PDF-Link). Die Chinesen überholten vor kurzem den langjährigen PC-Marktführer Hewlett-Packard und liegen jetzt selbst an der Weltspitze. Lenovo stieß erst 2005 mit der Übernahme des PC-Geschäfts von IBM in die Spitzenliga der Branche vor.

Während der PC-Markt schrumpft, baute Lenovo zuletzt verstärkt das Geschäft mit Smartphones aus. Das Unternehmen rückte laut Marktforschern weltweit auf den vierten Platz beim Absatz der Computer-Handys vor. Dabei verkauft Lenovo seine Smartphones bisher vor allem im Heimatmarkt in China, arbeitet sich aber auch in Indien, Russland und Indonesien vor. Für 2014 ist der Markteintritt unter anderem in Westeuropa anvisiert. In Deutschland gehört zum Konzern auch der Aldi-Lieferant Medion.

"Smartphones sind noch nicht unser Gewinnbringer", räumte Yang in einem Interview mit dem "Wall Street Journal" ein. Das Geschäft in China werfe zwar Profite ab, Lenovo gebe aber noch viel Geld aus, um den Markt zu erobern. Zugleich sei er überzeugt, dass der aktuelle Trend zu günstigeren Smartphones Lenovo in die Hände spiele. Das Tablet-Geschäft bringe bereits weltweit Gewinne, auch weil Lenovo dafür seine PC-Vertriebskanäle nutzen könne. (dpa/tc)