photokina 2012

Leica kündigt neue "M" an

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Die Leica Camera AG, Solms, hat gestern Abend auf der photokina 2012 einen feuchten Fotografen-Traum vorgestellt.
Die neue Leica M von schräg vorn...
Die neue Leica M von schräg vorn...
Foto: Leica

Und zwar die neue "Leica M". M steht für Messsucher; Leica baut diese klassische Reportagekamera seit 1954 äußerlich im Wesentlichen unverändert und seit einigen Jahren digital. Herzstück der jüngsten Inkarnation "Typ 240" ist ein Vollformat-Sensor (24 x 36 Millimeter, 24 Megapixel) in CMOS-Ausführung, den Leica in Kooperation mit CMOSIS entwickelt hat und der eine besonders flache Pixelarchitektur aufweist.

Ergänzt wird der Sensor durch den neuen "Maestro"-Bildprozessor, der mit mehreren teils voneinander unabhängigen Einheiten arbeitet. Er soll wenig Strom verbrauchen und trotzdem so schnell arbeiten, dass die Leica M (PDF-Link) trotz der hohen Sensorauflösung bereits in der Kamera neben dem RAW-Bild (Adobe DNG) parallel ein hochwertiges JPEG erzeugen kann.

Der rückwärtige Kontrollmonitor mit 3 Zoll Diagonale hinter Gorilla-Glas löst 920.000 Bildpunkte auf und soll mit den neuen Funktionen "Live-View" und "Live-View-Fokus" das Komponieren von Bildern auch mit Blick direkt durch das Objektiv ermöglichen. Das funktioniert mit M- und auch mit R-Objektiven (Letzere über Adapter); in Kombination mit dem als Zubehör erhältlichen Visoflex-Sucher "EVF 2" lässt sich die Leica M dann SLR-like nutzen.

...und von hinten, wo der 3-Zoll-Monitor hinter Gorilla-Glas sitzt.
...und von hinten, wo der 3-Zoll-Monitor hinter Gorilla-Glas sitzt.
Foto: Leica

Die neue Leica M ist erstmals auch in der Lage, Full-HD-Video (1080p) entweder als Motion-JPEG oder mit QuickTime-Kompression aufzunehmen. Auch hier werden sowohl die M- als auch die R-Objektivserien unterstützt. Der R-Adapter ist 6-Bit-kodiert und unterstützt wie mit neuen M-Objektiven einen kalibrierten Bild-Workflow inklusive EXIF-Objektiverkennung. Bereits vorhandene M-Objektive kann der Leica-Kundendienst nachträglich mit der 6-Bit-Kodierung nachrüsten.

Mit 6200 Euro ist die neue Leica M leider nicht ganz billig. Immerhin: Mit der ebenfalls neuen "M-E" für 4800 Euro bietet der Hersteller nun auch eine puristische und auf die wesentlichen Funktionen reduzierte Variante auf Basis eines CCD-Sensors mit den gleichen 18 Megapixel Auflösung wie beim Vorgänger M9 und der bereits bekannten Schwarzweiß-Sonderausführung "Leica M Monochrom".