DockerCon 2017

Legacy-Anwendungen modernisieren – Docker in der Pole Position

Heinrich Vaske ist Editorial Director von COMPUTERWOCHE und CIO. Seine wichtigste Aufgabe ist die inhaltliche Ausrichtung beider Medienmarken - im Web und in den Print-Titeln. Vaske verantwortet außerdem inhaltlich die Sonderpublikationen, Social-Web-Engagements und Mobile-Produkte und moderiert Veranstaltungen.
Wie gelingt es Unternehmen, ihre Legacy-Anwendungen zu modernisieren und Cloud-ready zu machen, ohne dafür den Sourcecode anfassen zu müssen? Der Container-Spezialist Docker hat dazu das Programm „Modernize Traditional Applications“ ins Leben gerufen.

Das Programm, das IT-Ops ansprechen soll, enthält Professional Services, die Docker Enterprise Edition (EE) für das App Management und Funktionen für das Hybrid Cloud Management. Anwender sollen ihre Legacy-Anwendungen in Docker-Container packen, so dass Portabilität, Sicherheit und Interoperabilität gewährleistet sind, ohne dass die Apps angefasst werden müssen. Unternehmen können so laut Docker ihre Investitionen schützen und trotzdem in eine moderne Infrastruktur wechseln.

Schon die DockerCon 2016 (Bild) war sehr gut besucht. Auch die derzeit laufende Konferenz in Austin, Texas, ist ausverkauft.
Schon die DockerCon 2016 (Bild) war sehr gut besucht. Auch die derzeit laufende Konferenz in Austin, Texas, ist ausverkauft.
Foto: Docker

Docker arbeitet im Modernize Traditional Applications Program mit Cisco, Avanade, Microsoft und Hewlett-Packard Enterprise (HPE) zusammen. Kunden zahlen eine Pauschalgebühr für die Programmteilnahme, die mit einem Migrationsservice startet und den Unternehmen daran anschließend Hilfe zur Selbsthilfe bietet, indem Spezialisten im Anwenderunternehmen angelernt und mit der weiteren "Containerisierung" ihrer Legacy-Anwendungen betraut werden.

Digitale Transformation beschleunigen

Fintan Ryan, Analyst bei RedMonk, hält den Ansatz für richtig: "Die große Mehrheit der Anwendungen, die heute genutzt werden, sind viele Jahre alt. Die Unternehmen wollen sie möglichst nicht anfassen." Gelinge es, einen Weg zu schaffen, moderne Software-Entwicklungs- und Release-Management-Praktiken zu nutzen, ohne dabei die Altanwendungen im Sourcecode anpassen zu müssen, sei das für nahezu jedes Unternehmen in jeder Branche interessant.

Ryan weist darauf hin, dass es ein gängiger Fehler sei, Container-Technologie als Ersatz für traditionelle Virtual Machines zu sehen. Die große Chance bestehe darin, ganz neue Anwendungen zu bauen, die auch andere Vorteile der Container-Technik nutzen - zum Beispiel die Möglichkeit, Anwendungen in Sets kleinerer Services zu zerlegen.

Oracle auf Docker-Kurs

Auf der Entwicklerkonferenz DockerCon im texanischen Austin kündigte außerdem Oracle an, verschiedene Anwendungen über den Docker Store in Containern verfügbar zu machen. Damit haben Kunden, die eine der kommerziellen Docker-Editionen einsetzen, die Möglichkeit, sehr einfach Versionen der Oracle-Datenbank, des Oracle WebLogic Servers oder von Oracle Java SE 8 zu provisionieren.

Arbeiten im Grünen: Entwickler bei Docker sollen sich wohlfühlen.
Arbeiten im Grünen: Entwickler bei Docker sollen sich wohlfühlen.

Zusammen mit Accenture stellte Docker zudem weitere weltweite Services rund um die integrierte Container Management Platform "Docker Datacenter EE" in Aussicht. Zertifizierte Accenture-Berater, die sich mit DevOps und Cloud-Migration beschäftigen, sollen Kunden bei der Migration geschäftskritischer Anwendungen in die Cloud unterstützen. Gemeinsam arbeiten Docker und Accenture an Techniken und Verfahren für eine beschleunigte Migration solcher containerisierter Anwendungen.

Als beispielhaften Kunden nennen die Partner die finnische Bahn Finnish Railways, die bestehende Anwendungen mit Docker und der "Accenture Cloud Factory" modernisiert und diese nun als "Containers as a Service" aus der Amazon-Cloud heraus bezieht. Mithilfe der Containertechnik zerlegt das Unternehmen seine Anwendungsmonolithen peu à peu und verwandelt sie in unabhängige API-fähige Services. Damit können die Finnen neue Anwendungen generell viel schneller in Betrieb nehmen und den Wartungsaufwand senken.

HPE-Management-Software unterstützt Containertechniken

Wenige Tage vor der DockerCon hatte auch HPE Container-Versionen verschiedener IT-Operations-Management-Angebote angekündigt. Die Pakete Hybrid Cloud Management, Data Center Automation, Operations Bridge und IT Service Management Automation unterstützen demnach die Containertechnologien Docker und Kubernetes. (hv)

 

Pat Potts

Klingt gut, aber nicht wirklich logisch. Wenn ich die Anwendungen "nicht anfassen" will und auch nicht "die Altanwendungen im Sourcecode anpassen" muss - warum brauche ich dann für die Migration die Unterstützung der zertifizierten Berater (die vermutlich nicht ganz kostenlos angeboten wird)?

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