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Last-Minute-Reiseboom hält auch 2007 an

14.02.2008
Von pte pte
Der Trend zum Urlaub in letzter Minute hält trotz Werbetrommel für Frühbucher auch weiterhin an. Zu diesem Schluss kommt das Münchner Marktforschungsinstitut Ulysses - Web-Tourismus http://www.web-tourismus.de in seiner jüngsten Studie. Der Trend zum kurzfristigen Verreisen - darunter verstehen die Experten Buchungen und Reiseantritt innerhalb von 14 Tagen - war auch 2007 ungebrochen. Die Zahl der Last-Minute-Reisen stieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 39 Prozent.

"Das Ergebnis zeigt den ungebrochenen Boom in diesem Segment auf", so Studienleiter Dominik Rossmann gegenüber pressetext. Die Studie von Rossmann hat ergeben, dass 2007 insgesamt 19,6 Mio. Deutsche ihren Urlaub erst 14 Tage vor dem Abreisedatum gebucht haben. "Natürlich hängt das Last-Minute-Buchungsverhalten von der Lage der Feiertage ab", erklärt Rossmann. Den deutlichen Trend könne man seit 2003 allerdings dennoch deutlich erkennen. "Die Kurzentschlossenen haben im Vorjahr rund 12,1 Mrd. Euro ausgegeben. Das ist mehr als je zuvor." Der Boom sei aber noch nicht vorbei, schätzt der Experte. "Die Euro 2008 wird auch in diesem Jahr dafür sorgen, dass mehr solche kurzfristigen Reisen unternommen werden."

Ein weiterer Grund für den anhaltenden Boom sieht Rossmann in der großen Reiselust der Deutschen. "Das zeigt sich auch darin, dass sich die durchschnittliche Aufenthaltsdauer gegenüber 2006 abermals vergrößert hat". Durchschnittlich dauert ein Spontan-Urlaub rund neun Tage. Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren macht die Studie auch deutlich, dass Frauen häufiger spontan in den Urlaub fahren als Männer. Bei den Reisezielen zeigen sich die Spontanurlauber offen. Die am stärksten nachgefragte Destination blieb Spanien, gefolgt von Italien, Großbritannien, Kroatien/Slowenien, Portugal und Frankreich. Zu den großen Verlierern zählt die Türkei. Rund 50 Prozent Marktanteilseinbußen musste das Land am Bosporus 2007 im Last-Minute-Sektor einstecken, was auf verschiedene Gründe zurückzuführen ist.

"Sonne, Strand und Meer spielen natürlich bei der Spontanreise eine wesentliche Rolle", so Rossmann. Dass es zu einem generellen Wechsel der klassischen Haupturlaubsreise zu Last-Minute komme, glaubt der Experte nicht. "Familien mit Kindern, die zur Hauptreisezeit auf Urlaub fahren, tendieren dazu früher zu buchen. Typische Spontan-Verreisende sind hingegen Paare oder Singles ohne Kinder." Für dieses Segment hat die Bedeutung des Internet weiter zugenommen. "2007 haben 43,5 Prozent der Deutschen ihre Kurzfrist-Reise online gebucht. Das entspricht einer Steigerung von vier Prozent-Punkten", erklärt Rossmann. Damit sei das Reisebüro als Buchungsort erstmalig auf Platz zwei verwiesen worden. "Aufgrund ihrer kurzfristigen Ausrichtung und ihrer relativen ,Einfachheit' erscheint die Last-Minute Reise als das ideale Produkt für den Online-Vertrieb",

Das Flugzeug ist zwar immer noch das wichtigste Verkehrsmittel bei den Last-Minute-Reisen, dennoch stellen die Experten einen leichten Rückgang zugunsten des privaten Autos fest. "Interessant ist auch, dass die Zahl der per Linienflugzeug durchgeführten Spontanreisen auf elf Mio. zunahm, jene via Billigflieger hingegen auf knapp 4,5 Mio. sanken." Diese Veränderung lasse sich vor allem mit einer Wahrnehmungsdissonanz seitens der Nachfrager erklären, die häufig die "früheren" Billigflieger nicht mehr als solche wahrnehmen.

Die Gründe für den Last-Minute Boom im Jahr 2007 liegen auch auf Seiten der Veranstalter. "Diese lockten mit so günstigen Preisen wie zuletzt 2001", so Rossmann. Anders als im britischen Raum, hafte der Last-Minute-Reise in Deutschland das Billigheimer-Image an. "Die Veranstalter haben auf dieses Image reagiert und tatsächlich solche Schnäppchen angeboten. Damit haben sie auch den Markt angeheizt", so Rossmann abschließend im pressetext-Gespräch. (pte)