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"Larrygate": Ellison redet sich raus

29.06.2000

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Oracle-Chef Lawrence "Larry" Ellison bemühte sich gestern auf dem Firmengelände in Redwood Shares nach Kräften, die von ihm in Auftrag gegebene Bespitzelung Microsofts durch die Detektei IGI herunterzuspielen. Es sei "seine Bürgerpflicht" gewesen, so der Intimfeind von Microsoft-Gründer Bill Gates, die Zahlungen des Redmonder Konzerns an einige gemeinnützige Organisationen (Independent Institute, National Taxpayers Union, Association for Competitive Technology) offen zu legen, die anschließend im Kartellprozess auf Seiten von Microsoft ausgesagt hatten. Von den genauen Pläne und Aktionen von IGI habe er persönlich allerdings nichts gewusst, beteuerte Ellison, denn die organisatorische Abwicklung habe Oracles Abteilung für Regierungsangelegenheiten übernommen. "Einige der Dinge, die unsere Ermittler unternommen haben, mögen widerwärtig gewesen sein.

Zumindest was die persönliche Hygiene angeht. Ich meine Müll - igitt...", scherzte Ellison unter Anspielung auf die Tatsache, dass die IGI Leute unter anderem den Müll der observierten Organisationen gekauft und unter die Lupe genommen hatten. Er fügte hinzu, Microsoft dürfe im Gegenzug gern den Müll von Oracle nach verdächtigen Zahlungen an Lobby-Gruppen durchwühlen. "Meine Hand drauf: Wir schicken unseren Müll nach Redmond", prahlte der Oracle-Boss.