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Larry Augustin: "Das Modell Unternehmenssoftware ist kaputt"

06.04.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Auf der Open Source Business Conference hat der Open-Source-Software-Befürworter Larry Augustin aufstrebenden Softwarefirmen empfohlen, mit quelloffenen Produkten bestimmte Segmente - etwa Gesundheitswesen (vertikal) oder CRM (horizontal) - des Markts für kleine und mittlere Unternehmen zu adressieren. Diese Bereiche seien reif, vor allem weil sich die großen Enterprise-ISVs (Independent Software Vendors) nicht erfolgreich in sie hinab begeben hätten.

Das System zur Lieferung von Unternehmenssoftware sei "kaputt", findet Augustin, der im Verwaltungsrat diverser Open-Source-Firmen sitzt und selbst der Start-up Medsphere Systems als CEO vorsteht. Traditionelle Softwarefirmen seien beim Bepreisen ihrer Produkte durch die Kosten für Vertrieb, Marketing und Entwicklung gebunden. Unter Berufung auf Zahlen von Goldman Sachs erklärte Augustin, 76 Prozent der neuen Lizenzerlöse flössen sofort wieder in teuren Vertrieb und Marketing.

"Wir kassieren von den Kunden dafür, dass wir sie davon überzeugen, dass sie unsere Software brauchen", so der Open-Source-Advokat. OSS-Firmen seien hier klar im Vorteil - sie nutzten das Community-Modell effektiv, um Produkte zu entwickeln und zu testen. Dann gebe es kaum Bedarf an aufwändigen Pilotprogrammen. Die Community bietet gleichzeitig Zugang zu einer potenziellen Kundenbasis, die ein Produkt bereits kenne - dies reduziere sowohl die Vertriebszyklen als auch die für eine Installation benötige Zeit. (tc)