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Landesumweltportal BaWue sucht mit Google

Thomas Cloer war viele Jahre lang verantwortlich für die Nachrichten auf computerwoche.de.
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Das Umweltministerium Baden-Württemberg und die Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW) setzen für die Suche über das Umweltinformationssystem Baden-Württemberg (UIS BW) und sein Umweltportal jetzt ein Google Search Appliance (GSA) ein.

Baden-Württemberg agiert hierbei federführend in einem länderübergreifenden Projekt zusammen mit Sachsen-Anhalt und Thüringen. Für die Umweltportale der drei Länder, die aufgrund einer EU-Richtlinie zu Umweltinformationen eingerichtet worden waren, kam zuvor die quelloffene Suchmaschine "ht://Dig" zum Einsatz. Die stieß dann aber an ihre Kapazitätsgrenzen und konnte zudem viele Inhalte, vor allem aus Datenbanken und Karten, nicht indexieren (Google.de findet diese übrigens genauso wenig).

Dank GSA finden Bürger Umweltinfos nun schneller und besser.
Dank GSA finden Bürger Umweltinfos nun schneller und besser.

Dieser Missstand ist nun mit dem Wechsel auf die Unternehmenslösung von Google beseitigt, die Ende vergangenen Jahres vom Düsseldorfer Google-Enterprise-Partner TWT bei der LUBW installiert und Anfang Juli nun hochoffiziell in Betrieb genommen wurde. Die GSA durchsucht mittlerweile rund 500.000 Web-Seiten und Datenbankeinträge. Sie integriert außerdem einen interessanten Umwelt-Thesaurus des Umweltbundesamtes. Dieser hilft dabei, Dokumente mit dem Expertenterminus "PM10" auszuspucken, wenn der eher unbeleckte Schwabe nach "Feinstaub" sucht. Oder wenn die Mitarbeiter der Öffentlichen Hände beharrlich nur von "Abfall" sprechen, während der umweltbewusste Bürger "Müll" in seine Suchabfrage schreibt.

Über ein "Keymatching" können die Systemverwalter und Mitarbeiter der Umweltbehörden sogar Dokumente als Treffer ausgeben lassen, in denen der gesuchte Begriff selbst gar nicht vorkommt. Die Projektleiterin Renate Ebel von der LUBW verdeutlichte dies gegenüber der Fachpresse in der Münchner Google-Niederlassung am Freitag anhand des sogenannten "Brummtonberichts" (bei dem im Amtsdeutsch stets nur von "tieffrequenten Geräuschen" die Rede ist).