Public-ICT - E-Government

IT-Infrastruktur wird zentralisiert

Land Brandenburg räumt IT auf

Christiane Pütter ist Journalistin aus München. Sie schreibt über IT, Business und Wissenschaft. Zu ihren Auftraggebern zählen neben CIO und Computerwoche mehrere Corporate-Publishing-Magazine, vor allem im Bereich Banken/Versicherungen.
Das Land Brandenburg will bis Ende 2010 die Infrastruktur sämtlicher Ministerien im zentralen IT-Dienstleister ZIT-BB bündeln. Der neue Direktor heißt Thomas Neukirch.
Thomas Neukirch leitet den Zentralen IT-Dienstleister des Landes Brandenburg ZIT-BB.
Thomas Neukirch leitet den Zentralen IT-Dienstleister des Landes Brandenburg ZIT-BB.

Thomas Neukirch heißt der neue Hoffnungsträger des Landes Brandenburg. Der 44-jährige Wirtschaftsingenieur wurde jetzt zum Ersten Direktor des zentralen IT-Dienstleisters Brandenburg (ZIT-BB) ernannt. Der ZIT-BB soll schrittweise sämtliche IT-Services der Verwaltung übernehmen, bestehende Insellösungen abschaffen und die IT standardisieren. Sein Erfolg dürfte vor allem am Geldbeutel gemessen werden: Die Finanzlage des Landes "verlangt vom IT-Bereich einen nachhaltigen Konsolidierungsbeitrag", wie das Innenministerium mitteilt.

In Brandenburg steht die IT seit Anfang des Jahres auf der Agenda. Dafür wurde der ZIT-BB in Potsdam neu gegründet. Im August 2008 bereits setzte das Land mit Cornelius Everding einen Chief Process and Innovation Officer (CPIO) ein. Das P im Titel soll die Prozess-Orientierung betonen, erklärte Everding im April gegenüber cio.de.

Bisher sei der Kontakt mit dem CPIO eng und gut, betonte nun Thomas Neukirch gegenüber cio.de: "Bei aller gewollten Eigenständigkeit des neuen IT-Dienstleisters ist eine strategische Abstimmung mit dem CPIO erfolgsentscheidend für den ZIT-BB."

Konkret sollen nun die IT-Verantwortlichen der einzelnen Ressorts das Management von Hard- und Software Schritt um Schritt an den zentralen IT-Dienstleister abgeben. Geht alles nach Plan, haben bis Ende kommenden Jahres alle Ministerien ihre IT-Infrastrukturaufgaben samt den zuständigen Mitarbeitern an den ZIT-BB übergeben. Das wären dann dauerhaft rund 400 Mitarbeiter. Derzeit zählt Neukirchs Team 190 Köpfe.

Neukirch hat in Paderborn und Aachen Maschinenbau und Wirtschaftswissenschaften studiert. Nach seinem Studium trat er in die Verwaltung der Landeshauptstadt Düsseldorf ein, wo er unter anderem als Referent im Büro des Oberbürgermeisters arbeitete. Anschließend übernahm er die Leitung des Amtes für Informationstechnik und Organisationsentwicklung. 2006 stieg er zum Leiter des Hauptamtes der Stadt Düsseldorf auf.

Zukunftsweisendes Public IT-Projekt

Dass der Wirtschaftsingenieur aus Düsseldorf wegging, hat einen tragischen Hintergrund: Im Mai vorigen Jahres starb der damalige Oberbürgermeister Joachim Erwin an Krebs. "Die Zeit danach war durchwachsen", sagt Neukirch. Unter vier verschiedenen Angeboten entschied er sich für den Wechsel nach Potsdam. "Die Gründung des ZIT-BB ist ein herausragendes und zukunftsweisendes Projekt im öffentlichen IT-Bereich", so der neue ZIT-BB-Chef. "Das gibt es in dieser Ausprägung in keinem anderen Bundesland."