Gericht hält Vorschläge für unrealistisch

L&H soll Rettungsplan überarbeiten

29.06.2001
MÜNCHEN (CW) - Das Handelsgericht im belgischen Ieper hat den Restrukturierungsplan des angeschlagenen Sprachsoftware-Spezialisten Lernout & Hauspie (L&H) als "zu vage" abgelehnt. Das Unternehmen muss nun bis zum 10.September nachbessern.

"Der Plan ist undurchsichtig für die Kreditgeber und basiert allzu sehr auf Wunschdenken", resümierte der zuständige Richter in Ieper seine Entscheidung. Der Gläubigerschutz wurde allerdings bis zum 30. September verlängert. Gerichtssprecher Wim Orbie erklärte, die Neuvorlage von L&H müsse detaillierte Informationen zur finanziellen Situation sowie zu geplanten Zahlungen an Gläubiger nach dem geplanten Verkauf von Unternehmensteilen enthalten. Ferner erwarte das Gericht ein "klares Bild" der operativen Kosten sowie des geplanten Aufwands für die Restrukturierung.

Der abgelehnte Entwurf sah einen Komplettverkauf aller Aktiva oder alternativ den Fortbestand von L&H reduziert auf sein Kerngeschäft vor und war im Juni von der überwiegenden Mehrheit der Gläubiger akzeptiert worden. Das Unternehmen steht bei insgesamt 370 Geldgebern mit zusammen 562,7 Millionen Euro in der Kreide. Am stärksten involviert sind die belgischen Banken Fortis, Dexia und KBC Bancassurance sowie in Deutschland die Dresdner und Deutsche Bank.