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L&H kommt unter den Hammer

05.11.2001
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Der bankrotte Spracherkennungs-Software-Hersteller Lernout & Hauspie (L&H) aus Belgien darf in den USA seine Vermögenswerte versteigern. Der U.S. Bankruptcy Court in Delaware habe dazu nun seine Erlaubnis erteilt, erklärte das einstige Vorzeigeunternehmen der New Economy. Jenseits des Atlantiks besitzt die Firma ihr zweites Hauptquartier.

Die Auktion sei für den 29. November 2001 angesetzt. Interessenten könnten ihre Angebote bis zum 19.November abgeben. Bislang war unklar, ob es überhaupt zu einer Versteigerung kommen würde, nachdem ein belgisches Gericht das Unternehmen am 24. Oktober endgültig für bankrott erklärt hatte (Computerwoche online berichtete). In den USA genießt L&H jedoch weiterhin Gläubigerschutz nach Paragraph elf des dortigen Konkursgesetzes, so dass der Softwarekonzern dort noch handlungsfähig ist. Mit dem Verkaufserlös soll zumindest ein Teil der Schulden des Unternehmens beglichen werden, die sich auf rund 490 Millionen Euro belaufen.

Mehrere potenzielle Interessenten hätten bereits Angebote unterbreitet, und täglich kämen neue Offerten hinzu, sagte Frank Seys, einer der fünf Konkursverwalter, die den Verkauf des Firmenbesitzes und die Bezahlung der Gläubiger abwickeln sollen. Neben der US-Softwarefirma Speech Works International, die bereits vor zwei Wochen für L&Hs Spracherkennungs-Kerngeschäft 12,2 Millionen Dollar geboten hatte, habe unter anderem auch der amerikanische Sprachsoftware-Spezialist Fonix Corp sein Interesse an Teilen der SLT-Sparte (Speech and Language Technologies) von L&H bekundet.