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Kurzer Prozess: Richterin verurteilt Angeklagten per Handy

04.02.2005

MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Eine britische Richterin hat erstmals einen Angeklagten per Handy verurteilt. Der 44-jährige Taxifahrer Aftab Ahmed sollte sich vor einem Gericht im ostenglischen Ipswich wegen Konkursverschleppung verantworten. Auf der Fahrt zur Urteilsverkündung steckte er aber im Stau auf der Autobahn fest. Als er die Richterin anrief, um sich für die Verspätung zu entschuldigen, bot sie ihm einen kurzen Prozess an: Ahmed könne den Schuldspruch auch gleich am Telefon entgegen nehmen, sagte sie nach einem Bericht der Zeitung "The Daily Telegraph".

Nachdem sich die Richterin davon überzeugt hatte, dass er nicht während der Fahrt telefonierte, verurteilte sie den Taxifahrer zu 140

Stunden gemeinnütziger Arbeit und zu umgerechnet 1050 Euro Geldstrafe. "Ich musste absolut ruhig sein und durfte die Richterin

während des Urteilsspruchs nicht unterbrechen", sagte Ahmed der Zeitung. Der Angeklagte hatte an einem früheren Verhandlungstag bereits ein Geständnis abgelegt. Ihm wurde vorgeworfen, seine finanzielle Lage dem Konkursverwalter nicht vollständig offen gelegt

zu haben, nachdem er Pleite gemacht hatte. (dpa/mb)