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Kurt Sibold ist sauer wegen bundestux.de

04.02.2002
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MÜNCHEN (COMPUTERWOCHE) - Kurt Sibold, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland, hat sich Ende vergangener Woche in einem offenen Brief an die Erstunterzeichner (dazu gehören unter anderem Jörg Tauss, Internet-Experte der SPD, Dieter Hoffmann, Managing Director Red Hat Central & Eastern Europe, LIVE - Linux-Verband Deutschland sowie Oliver Zendel vom Linuxtag e.V., Kaiserslautern.) der Initiative "bundestux.de" gewandt, die den Einsatz von Open-Source-Software für den Deutschen Bundestag fordert.

Sibold ist verärgert, weil das bundestux-Thesenpapier die Argumentation in der seit einiger Zeit schwelenden Debatte seiner Ansicht nach auf eine allzu unsachliche Ebene hebt. "Die Unterzeichner dieser Erklärung sind aus nachfolgenden Gründen der Auffassung, dass die Einführung eines Freien Betriebssystems im Deutschen Bundestag aus ordnungs-, wettbewerbs- und standortpolitischen sowie demokratischen Gründen ein notwendiges Signal für Deutschland ist", heißt es dort, und weiter: "[...] ist es geradezu die Pflicht eines demokratischen Staates, auf Freie Software zu setzen".

Für Sibold bedeutet dies " im Umkehrschluss, dass Sie [die Erstunterzeichner, Anm. d. Red.] einen Staat, der nicht Linux einsetzt, für undemokratisch oder zumindest für nicht pflichtbewusst halten". Die Unterstützung dieser Kampagne bewirke "eine öffentliche Diskriminierung unserer Produkte und Dienstleistungen als undemokratisch und als Demokratie behindernd".

Deshalb wünscht sich der deutsche Microsoft-Chef eine Rückkehr zu einer sachlichen Diskussion - wobei sachlich ausdrücklich nicht gleich bedeutend mit einer Empfehlung für Microsofts Produkte heißen solle. Diese sollte aber zumindest wieder auf einer "Bewertung der Kosten und Leistungsfähigkeit der Produkte und Dienstleistungen im Licht der Bedürfnisse der Anwender" basieren, so Sibold. (tc)