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Künftiger Nokia-Chef prüft Zukäufe

30.05.2006
Der Konzern will mehr als nur die traditionelle Mobiltelefonie anbieten und steht vor einem Strategiewechsel.

Der neue Nokia-Chef Olli-Pekka Kallasvuo erwägt, sein Unternehmen mit Zukäufen und Kooperationen zu stärken. "In einer Situation, in der das Geschäftsumfeld immer komplexer wird, ist ein pragmatischer Blick auf Partnerschaften und Übernahmen notwendig", sagte Kallasvuo im Interview mit der "Financial Times". Der Nachfolger des langjährigen Firmenchefs Jorma Ollila, der am Donnerstag sein neues Amt beim weltgrößten Handyhersteller antritt, deutete damit einen Kurswechsel bei Nokia an.

Ollila hatte das Unternehmen binnen 14 Jahren zum weltgrößten Handyhersteller aufgebaut, dabei aber auf Wachstum aus eigener Kraft gesetzt. Sein Nachfolger könne über eine gut gefüllte Kasse verfügen, wenn er einen Übernahmekandidaten ausgemacht habe - der Konzern hat neun Milliarden Euro Barmittel in der Bilanz. Kallasvuo wolle mit der Marke Nokia neue Geschäftsfelder erschließen. Der Agentur Interbrand zufolge rangiert die Marke derzeit weltweit auf Platz sechs hinter Firmen wie Coca-Cola und Microsoft, schreibt die Zeitung.

"Ich glaube wirklich, dass wir die Möglichkeit haben, Nokia zur beliebtesten und meistbewunderten Marke der Welt zu machen", sagte Kallasvuo. "Wir entwickeln uns über die traditionelle Mobilfunktelefonie hinaus. Heute reden wir über die Zusammenführung von Internet, Mobilität, IT und Musik", sagte der neue Konzernchef.

Kallasvuo sei entschlossen, das hohe Wachstumstempo des Unternehmens zu halten. Nokia geht davon aus, dass der weltweite Absatz im laufenden Jahr um mindestens 15 Prozent auf rund 914 Millionen Mobiltelefone zulegt. Sollte die Branchenkonjunktur abklingen, wolle Kallasvuo notfalls auch auf Gewinne verzichten, um die Position im Wettbewerb weiter auszubauen. "Ich werde auf den Marktanteil ebenso viel Gewicht legen wie auf Margen. Beides muss ausgeglichen sein", sagte er. (dpa/ajf)