Trennungs-Management

Kündigungsgespräche richtig führen

Renate Oettinger ist Diplom-Kauffrau Dr. rer. pol. und arbeitet als freiberufliche Autorin, Lektorin und Textchefin in München. Ihre Fachbereiche sind Wirtschaft, Recht und IT.

Zu ihren Kunden zählen neben den IDG-Redaktionen CIO, Computerwoche, TecChannel und ChannelPartner auch Siemens, Daimler und HypoVereinsbank sowie die Verlage Campus, Springer und Wolters Kluwer.
Wer einem Mitarbeiter die Entlassung mitteilt, sollte darauf achten, dass es ein Gespräch auf Augenhöhe ist. Andrea Schottelius gibt Tipps zur Gesprächsführung.
Quelle: Fotolia, endostock
Quelle: Fotolia, endostock
Foto: endostock - Fotolia.com

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise haben viele Unternehmen noch immer im Griff. Da passiert es Angestellten, dass ihnen am Freitag zwischen Tür und Angel mitgeteilt wird, dass sie montags gar nicht mehr zu kommen brauchen und bis 17 Uhr ihre Schreibtische zu räumen haben. Für viele Führungskräfte gehört es zu den unangenehmsten Aufgaben ihres Berufs, eine Kündigung auszusprechen. Doch gerade bei einer Kündigung sollte man darauf achten, dass es ein Gespräch auf Augenhöhe ist.

Die Denkweise vieler Chefs und Personalverantwortlicher ist einfach: Eine Kündigung ist heutzutage schon fast Tagesgeschäft, was soll ich mich da lange mit demjenigen, den es eben heute trifft, auseinandersetzen. Die Notwendigkeit, auch in ein Trennungsgespräch zu investieren, sehen die meisten von ihnen nicht ein. Schließlich ist der ausscheidende Mitarbeiter ja nicht der einzige dem es so geht, warum also ein großes Aufsehen darum machen?

Doch auch eine Kündigung muss nicht zwangsweise im geschäftlichen "Rosenkrieg" oder emotionalen Tiefschlag für den ehemaligen Mitarbeiter enden. Das neue Schlagwort lautet "Trennungsmanagement"; dabei ist die Führungskraft besser gerüstet und kann unter weniger Druck das Gespräch führen. Und der Mitarbeiter hat trotz der Kündigung nicht das Gefühl, sein Gesicht zu verlieren. Doch leider sind nur wenige Personalentscheider vorbereitet auf die Führung von Kündigungsgesprächen.

Hier einige Tipps:

  • Achten Sie darauf, dass vor dem Gespräch mit dem Mitarbeiter keiner seiner Kollegen von der Kündigung erfährt.

  • Bereiten Sie sich auf das Gespräch vor: Welche Faktoren machen die Kündigung unumgänglich? Wie können Sie auf mögliche Einwände reagieren?

  • Seien Sie ehrlich: Beschönigen Sie nicht die Situation, sondern geben Sie Ihrem Mitarbeiter ein konstruktives Feedback.

  • Berücksichtigen Sie auf jeden Fall, dass es bei einer Kündigung nicht nur um eine Fach- oder Führungskraft einer bestimmten Abteilung geht, sondern um einen Menschen mit allen seinen sozialen und gesellschaftlichen Bezügen. Das ist gerade dann wichtig, wenn man den Mitarbeiter nicht immer geschätzt hat.

Inhalt dieses Artikels