Kühne & Nagel

Kühne & Nagel: Mit dem Chip Warenströme lenken

Holger Eriksdotter ist freier Journalist in Hamburg.
Ob Hamburg, New York oder Hongkong - das Traditionsunternehmen Kühne & Nagel ist in Sachen Logistik und Transport weltweit verankert. Nun hat der Spediteur die Vorzüge der globalen Vernetzung entdeckt, die äußerst erfolgversprechend ist: Denn die Informationstechnologie avanciert zur Schlüsseltechnologie der Transportbranche.

Kühne & Nagel (K & N) gehört zu den international führenden Speditionsunternehmen. Im weltweiten Netz von 500 Niederlassungen in 90 Ländern sorgen mehr als 13 000 Mitarbeiter für die reibungslose Beförderung von jährlich 850 000 Container-Einheiten per Binnenschiff-, Land-, Luft- und Seefracht. In Zeiten von E-Commerce und globaler Vernetzung fällt der Datenverarbeitung eine zentrale Rolle zu: Der Weg vom Spediteur alten Zuschnitts zum Transport- und Logistikdienstleister führt vor allem über eine maßgeschneiderte Datenverarbeitung, die den Informationsfluss zwischen allen Beteiligten steuert und die immer schneller zirkulierenden Warenströme lenkt.

Dabei stellen die Vernetzung und die unterschiedlichen Gegebenheiten an den international verteilten Standorten ganz besondere Ansprüche an die IT-Experten: Fehlende Standardsoftware für das komplexe Speditionsgeschäft, mangelhafte lokale Netzwerkzugänge in abgelegenen Regionen der Welt und Zeitverschiebungen gehören zu den vielen Handicaps, mit denen die IT-Spezialisten täglich rechnen müssen.

Auch unterschiedlichste gesetzliche Bestimmungen, Konventionen und nationale Besonderheiten erschweren die Beförderung, so dass sich die Liste der Herausforderungen im IT-Bereich fast beliebig fortsetzen ließe.

Trotzdem oder gerade deswegen sind die weltweite IT-Integration sowie der Einsatz leistungsfähiger Anwendungsprogramme für die Speditionsabwicklung in der Transportbranche immer wichtiger geworden: „Wir haben diesen Trend schon vor Jahren vorausgesehen; der Ausbau der IT-Infrastruktur und die Personalakquise und -entwicklung in diesem Bereich sind deshalb Bestandteil unserer Unternehmensstrategie“, erklärt Jens Steffen, Personaldirektor bei K & N in Hamburg. Mehr als 240 Mitarbeiter sind bei K & N weltweit in der Konzern-IT beschäftigt, Tendenz steigend. In Hamburg sind etwa 60 der zirka 100 IT-Spezialisten im Bereich Corporate-IT, also der Entwicklung von operativen Unternehmensanwendungen für den weltweiten Einsatz, tätig. Weitere 15 bis 20 sollen in den nächsten Monaten hinzukommen.

Die Aufgaben in den verschiedenen IT-Abteilungen des Unternehmens sind vielfältig: So erarbeitet beispielsweise die Gruppe IT-Consulting Konzepte und nimmt sich bei Kundenausschreibungen IT-relevanter Themen an. Die Abteilung EDI ( Electronic Data Interchange) ist für die Schnittstellenkommunikation mit Verladern, Umschlagunternehmen und Frachtführern zuständig. Besonders innovativ geht es im Bereich Supply-Chain-Management zu, der für die optimale Gestaltung der unternehmensübergreifenden Prozesskette sorgen soll. Hier setzt K & N auf eine strategische Partnerschaft mit dem US-Softwareanbieter I 2, der beim Supply-Chain-Management zu den internationalen Markführern gehört.

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