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Nach ZunZuneo-Skandal

Kuba will privaten Internetzugang ausbauen

10.04.2014
Die sozialistische Karibikinsel will mit mehr Freiheiten auf ein geheimes US-Internetprogramm reagieren - Kubaner sollen in Zukunft auch zu Hause und mit ihren Handys im Internet surfen können. Ein festes Datum gibt es allerdings noch nicht.

Nach der Enthüllung eines geheimen US-Internetprojekts auf Kuba hat die Castro-Regierung ihre Pläne zum Ausbau ihrer Netzinfrastruktur bekräftigt. Dies schließe die Möglichkeit des privaten Internetzugangs mit ein, versicherten Funktionäre am Mittwoch in der Hauptstadt Havanna. "Die Idee ist, dass niemand Dienste für unsere Nutzer erfindet", sagte ein Vertreter des staatlichen Telekommunikationsunternehmens Etecsa.

Eine Straße in der denkmalgeschützten Altstadt von Havanna
Eine Straße in der denkmalgeschützten Altstadt von Havanna
Foto: gildemax

Die Nachrichtenagentur Associated Press (AP) hatte vergangene Woche über ein geheimes US-Internetprojekt auf Kuba berichtet. Washington habe mit dem Programm ZunZuneo eine Art "kubanisches Twitter" schaffen wollen, um das Regime in Havanna zu untergraben. ZunZuneo habe teilweise bis zu 40.000 Nutzer über das kubanische Mobilfunknetz erreicht. Nach offiziellen Angaben aus Washington hatte das 2012 eingestellte Programm zum Ziel, den Kubanern freien Zugang zu Informationen zu verschaffen.

Etecsa-Vertreter Daniel Ramos erklärte, Kubaner sollten nun Internetzugang über das Mobilfunknetz und ihre privaten Telefonanschlüsse erhalten können. Einen festen Zeitpunkt nannte er nicht. Der Wunsch sei, dass dies noch in diesem Jahr zustande komme.

Das sozialistische Kuba erlaubt seinen Bürgern bislang nicht, Verträge für die private Internetnutzung zu Hause abzuschließen. Das Surfen ist nur in Hotels und in staatlichen Internetcafés möglich. Mit Preisen zwischen umgerechnet drei und sieben Euro ist das für viele Kubaner unerschwinglich. Der Durchschnittslohn auf der Insel liegt bei etwa 15 Euro im Monat. (dpa/tc)