IT-Infrastruktur-Projekte

Krise trifft Servicemarkt nur kurzfristig

Sabine Prehl ist freie Journalistin und lebt in München.
Vor allem Konsolidierungs- und Outsourcing-Projekte, mit denen Firmen ihre Kosten senken können, werden spätestens in einem Jahr wieder an Fahrt gewinnen.

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit rücken IT-Projekte in den Vordergrund, die kurzfristige Einsparungen versprechen. Den Analysten von Pierre Audoin Consultants (PAC) zufolge bietet die IT-Infrastruktur in dieser Hinsicht nach wie vor erhebliches Potenzial. Die Nachfrage nach IT-Projekten rund um die Konsolidierung und Standardisierung der oft sehr heterogenen IT-Landschaften werde zwar im kommenden Jahr zurückgehen. Aber bereits ab 2010 soll sie wieder deutlich an Fahrt gewinnen. Markttreiber bleibe dabei vor allem die Virtualisierung im Rechenzentrums- und Desktop-Umfeld. Auch das Thema Energieeffizienz im Rechenzentrum stehe mittelfristig weit oben auf der CIO-Agenda.

Kurzfristig ist laut PAC zwar eine konjunkturbedingte Verlängerung der Hardware-Lebenszyklen zu erwarten. Das führe zu einem Rückgang von klassischen Deployment-Projekten sowie zu zeitlichen Verschiebungen bei geplanten Konsolidierungsvorhaben. "Trotzdem sollten CIOs keine überhasteten Entscheidungen gegen geplante Projekte treffen, warnt PAC-Beraterin Stefanie Naujoks: "Insbesondere Konsolidierungsvorhaben können erheblich zur Kostensenkung beitragen und interessante ROI-Optionen bieten."

Das Outsourcing-Geschäft im IT-Infrastrukturbereich trifft die Krise eher geringfügig. "Vor allem Infrastructure-as-a-Service-Angebote, also Lösungen, die flexibel skalierbar und abrechenbar sind, werden bei Anwendern in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit an Bedeutung gewinnen", ist Stephan Kaiser, Senior Consultant bei PAC, überzeugt.

Der Markt für Hardwarewartung und Support soll dagegen weiter schrumpfen. Hauptgründe sind der nach wie vor hohe Preisdruck und die anhaltende "Kommoditisierung" in diesem Segment. Die Wirtschaftskrise hat darauf allerdings keinen großen Einfluss, meinen die Experten. Neuinvestitionen in Hardware oder in bestehende IT-Landschaften würden zwar häufiger verschoben oder gestoppt. Die Altsysteme müssten jedoch weiterhin gewartet werden, so ihr Argument.